Bun­des­re­gie­rung will ver­stärkt gegen Anti­se­mi­tis­mus vorgehen

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Die Bun­des­re­gie­rung will stär­ker gegen Hass auf Juden vor­ge­hen und jüdi­sches Leben in Deutsch­land för­dern. Dafür hat sie eine ers­te „Natio­na­le Stra­te­gie gegen Anti­se­mi­tis­mus und für jüdi­sches Leben in Deutsch­land” vor­ge­legt. Wie aus dem Papier, über das die Zei­tun­gen der Fun­ke-Medi­en­grup­pe (Mitt­woch­aus­ga­ben) berich­ten, her­vor­geht, soll damit die Lebens­rea­li­tät von jüdi­schen Men­schen sicht­ba­rer gemacht und Anti­se­mi­tis­mus ver­hin­dert werden. 

Juden sol­len sich des Rück­halts der Bun­des­re­gie­rung und der Bevöl­ke­rung sicher sein, heißt es in dem Papier. Anti­se­mi­tis­mus bedro­he die Demo­kra­tie als Gan­zes, des­halb sei es eine gesamt­ge­sell­schaft­li­che Dau­er­auf­ga­be, die­sen zu bekämp­fen, so die Bun­des­re­gie­rung. Das Papier ent­hält ins­ge­samt fünf Hand­lungs­fel­der. Dazu gehö­ren Daten­er­he­bung und For­schung, Bil­dung als Anti­se­mi­tis­mus­prä­ven­ti­on, Erin­ne­rungs­kul­tur und Geschichts­be­wusst­sein, repres­si­ve Anti­se­mi­tis­mus­be­kämp­fung und Sicher­heit sowie jüdi­sche Gegen­wart und Geschich­te. Zudem wer­den die drei soge­nann­ten „Quer­schnitts­di­men­sio­nen” Betrof­fe­nen­per­spek­ti­ve, Struk­tur­bil­dung und Digi­ta­li­tät her­aus­ge­stellt, die bei der Bear­bei­tung der ein­zel­nen Hand­lungs­fel­der Beach­tung fin­den sol­len. Für jedes die­ser Hand­lungs­fel­der prä­sen­tiert das Stra­te­gie­pa­pier ver­schie­de­ne mög­li­che oder bereits umge­setz­te Maß­nah­men und Zie­le der Bun­des­re­gie­rung. Dazu gehört bei­spiels­wei­se die Opti­mie­rung des Aus­tauschs von wis­sen­schaft­li­chen Daten zum The­ma Anti­se­mi­tis­mus und die Ver­net­zung auf euro­päi­scher Ebe­ne oder aber die Ver­bes­se­rung der Ver­mitt­lung von Wis­sen über Isra­el und das Juden­tum in Schu­len. Außer­dem will die Bun­des­re­gie­rung unter ande­rem Gedenk­stät­ten ver­stärkt för­dern und das Geschichts­be­wusst­sein stär­ken, etwa indem die Zeit des Natio­nal­so­zia­lis­mus in Stu­di­en­gän­gen ver­mehrt berück­sich­tigt wird. Schließ­lich soll auch die jüdi­sche Gemein­schaft in Deutsch­land gestärkt wer­den, bei­spiels­wei­se durch die Unter­stüt­zung jüdi­scher Ein­rich­tun­gen, Orga­ni­sa­tio­nen und Initia­ti­ven. Die­ser Punkt erge­be sich aus der „beson­de­ren geschicht­li­chen Ver­ant­wor­tung Deutsch­lands”, heißt es in dem Papier. Die Stra­te­gie soll am Mitt­woch im Kabi­nett beschlos­sen werden.

Foto: Kip­pa-Trä­ger, über dts Nachrichtenagentur

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