Ukrai­ni­scher Jus­tiz­mi­nis­ter will bal­di­ge Ankla­ge von Putin

Kiew (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Die Ukrai­ne zielt bei der juris­ti­schen Auf­ar­bei­tung von Kriegs­ver­bre­chen direkt auf den rus­si­schen Prä­si­den­ten Wla­di­mir Putin. „Unse­re Stra­te­gie ist, dass Putin bald ange­klagt wird. Alles ande­re wür­de zu lan­ge dau­ern”, sag­te der ukrai­ni­sche Jus­tiz­mi­nis­ter Denys Mal­jus­ka der „Welt” (Don­ners­tags­aus­ga­be).

Bis­her habe die Ukrai­ne über 40.000 Fäl­le von Kriegs­ver­bre­chen regis­triert, doch auf deren Ver­fol­gung kon­zen­trie­re man sich nicht. „Es wäre zu kom­pli­ziert und lang­wie­rig, einen Zusam­men­hang zwi­schen dem ein­zel­nen Sol­da­ten, der die­se Ver­bre­chen began­gen hat, und sei­nen Befehls­ge­bern zu eta­blie­ren, die eigent­lich ver­ant­wort­lich sind”, sag­te Mal­jus­ka. Hin­zu käme, dass Kiew zwar vie­le rus­si­sche Sol­da­ten in Kriegs­ge­fan­gen­schaft habe, die­se aber gegen eige­ne Sol­da­ten, die in rus­si­sche Gefan­gen­schaft gera­ten sind, aus­tau­sche. „Wir wol­len zwei Straf­ta­ten ver­fol­gen, unter denen sich die 40.000 Fäl­le der Kriegs­ver­bre­chen zusam­men­fas­sen las­sen: die der völ­ker­rechts­wid­ri­gen Aggres­si­on und die des Geno­zids. Für all das ist der Putin als Prä­si­dent ver­ant­wort­lich und somit muss ihm der Pro­zess gemacht wer­den”, so Mal­jus­ka. Der Jus­tiz­mi­nis­ter bat die inter­na­tio­na­le Staa­ten­ge­mein­schaft dar­um, ein Son­der­tri­bu­nal ein­zu­rich­ten. Dass west­li­che Län­der der kana­di­schen Regie­rung fol­gen und die gesetz­li­che Grund­la­ge zur Beschlag­nah­mung ein­ge­fro­re­ner rus­si­scher Ver­mö­gen schaf­fen, bezeich­ne­te Mal­jus­ka als „unver­meid­bar”. Den Wie­der­auf­bau kön­ne der Wes­ten unmög­lich allei­ne stem­men. „Es ist also in sei­nem Eigen­in­ter­es­se, die rus­si­schen Ver­mö­gen dafür zu verwenden.”

Foto: Wla­di­mir Putin, über dts Nachrichtenagentur

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