Sach­sens Innen­mi­nis­ter will hart gegen „Freie Sach­sen” vorgehen

Dres­den (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Sach­sens Innen­mi­nis­ter Armin Schus­ter (CDU) will hart gegen die rechts­extre­me Par­tei „Freie Sach­sen” vor­ge­hen. „Unser Ziel ist es, den Rechts­extre­men das Leben so schwer wie mög­lich zu machen”, sag­te Schus­ter der „Welt” (Don­ners­tags­aus­ga­be). Jeden Mon­tag ver­sam­meln sich in Sach­sen Zehn­tau­sen­de zu Demonstrationen. 

Die­se wer­den oft von den „Frei­en Sach­sen” ange­mel­det. „Der Plan die­ser Extre­mis­ten ist es, anschluss­fä­hig ins bür­ger­li­che Milieu zu wer­den. Es ist die Auf­ga­be unse­rer Gesell­schaft, dass die­ser Plan schei­tert”, so Schus­ter. Juris­tisch sei das oft schwer zu ver­hin­dern. „Es ist ja nicht straf­bar, wenn ein rechts­extre­mer Frei­er Sach­se dort spricht, solan­ge sich die oft grenz­wer­ti­ge Rhe­to­rik gera­de noch in einem lega­len Bereich bewegt”, so Schus­ter. Es hel­fe, wenn Ver­samm­lungs­teil­neh­mer sich gegen Rechts­extre­me posi­tio­nie­ren. Die Ver­samm­lun­gen sind nach Ansicht des Minis­ters „bei Wei­tem” nicht alle rechts­extrem. „Wir müs­sen den Men­schen aber bes­ser klar­ma­chen, was es bedeu­tet, wenn jemand erwie­sen rechts­extrem ist”, so Schus­ter. Sei­ner Ein­schät­zung nach sei­en die Frei­en Sach­sen „vor allem laut im Netz und schwach auf der Stra­ße”. Was sie mit eige­nen Ver­samm­lun­gen nicht selbst auf die Stra­ße bräch­ten, ver­such­ten sie durch eine Art opti­sche Täu­schung bei gro­ßen Ver­samm­lun­gen aus­zu­glei­chen: „Fah­nen wer­den geschickt posi­tio­niert und die Demos dra­ma­tur­gisch so beein­flusst, als wären sie selbst die Füh­rungs­fi­gu­ren”, so Schus­ter. Das Innen­mi­nis­te­ri­um wer­de ein Exper­ten­netz­werk ein­rich­ten, das mit einem „360-Grad-Blick” arbei­te, etwa zu Immo­bi­li­en­käu­fen von Rechts­extre­men oder deren Musik­fes­ti­vals, kün­dig­te Schus­ter an. „Wir müs­sen das Know-how bün­deln. Ich will den Spit­zen­platz bei Rechts­rock­kon­zer­ten los­wer­den”, sag­te Schus­ter. Sach­sen müs­se weg von sei­nem nega­ti­ven Image, um attrak­ti­ver für Stu­den­ten, Wis­sen­schaft­ler und Tou­ris­ten zu wer­den. Schus­ter kri­ti­sier­te zudem die Bun­des­re­gie­rung mit Blick auf deren Migra­ti­ons­po­li­tik scharf. Eini­ge Kom­mu­nen sei­en schon jetzt am Limit. „Da wird ein mühe­voll erreich­ter gesell­schaft­li­cher Frie­de mut­wil­lig gefähr­det”, sag­te Schus­ter. Die Ampel-Koali­ti­on betrei­be aller­dings eine „Poli­tik des Über­hört­wer­dens”. Die Unter­brin­gung von Flücht­lin­gen aus der Ukrai­ne hin­ge­gen habe obers­te Prio­ri­tät. „Der mör­de­ri­sche Krieg ist nur eine Tages­rei­se mit dem Auto von Dres­den ent­fernt. Zu den Bom­ben kom­men nun auch noch Käl­te und Strom­aus­fall”, sag­te Schus­ter. Hier­für habe Deutsch­land eine kla­re Ver­ant­wor­tung. Im Vor­feld der Innen­mi­nis­ter-Kon­fe­renz kün­dig­te Schus­ter eige­ne poli­ti­sche Initia­ti­ven an. „Soll­te der ander­wei­ti­ge Asyl­zu­gang durch die Bun­des­re­gie­rung nicht abseh­bar gebremst wer­den for­dern wir regu­lä­re Grenz­kon­trol­len für Sach­sen”, so Schus­ter. Im Bun­des­rat wol­le er bean­tra­gen, Geor­gi­en und die soge­nann­ten „Maghreb-Staa­ten” zu siche­ren Her­kunfts­län­dern zu erklären.

Foto: Säch­si­scher Land­tag, über dts Nachrichtenagentur

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