Unter­neh­mer­ver­band übt Kri­tik an Auf­la­gen für Energiepreisbremsen

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Der Ver­band der Fami­li­en­un­ter­neh­mer übt schar­fe Kri­tik am Gesetz­ent­wurf für die Gas- und Strom­preis­brem­se von Wirt­schafts­mi­nis­ter Robert Habeck (Grü­ne). In einem Brand­brief an Bun­des­kanz­ler Olaf Scholz (SPD) und die Frak­ti­ons­chefs der Ampel-Par­tei­en sowie der Uni­on, über den die „Rhei­ni­sche Post” in ihrer Frei­tags­aus­ga­be berich­tet, lis­ten die Unter­neh­mer sie­ben Kri­tik­punk­te auf, die ihrer Ansicht nach im par­la­men­ta­ri­schen Ver­fah­ren besei­tigt wer­den müss­ten. Der Ver­band for­dert, die kom­ple­xen Anfor­de­run­gen zu ver­ein­fa­chen und Auf­la­gen an Unter­neh­men wie etwa Job­ga­ran­tien kom­plett zu streichen. 

„Alle Unter­neh­men, die mit mehr als zwei Mil­lio­nen Euro Ent­las­tung rech­nen kön­nen, müs­sen für fast 2,5 Jah­re garan­tie­ren, dass beim Per­so­nal ihre Voll­zeit­äqui­va­len­te nicht unter 90 Pro­zent des Stan­des am 1. Janu­ar 2023 abrut­schen. Ange­sichts einer euro­pa­wei­ten Rezes­si­on und des Feh­lens jeg­li­cher Per­spek­ti­ve, wie der Stand­ort Deutsch­land nach Aus­lau­fen der Strom­preis­brem­se wett­be­werbs­fä­hig wer­den soll, ist eine Garan­tie von 90 Pro­zent der Voll­zeit­äqui­va­len­te selbst­mör­de­risch”, kri­ti­siert der Ver­band. „Völ­lig inak­zep­ta­bel” sei, dass die­se Garan­tie nicht für tarif­ge­bun­de­ne Unter­neh­men gel­ten sol­le. Die büro­kra­ti­schen Anfor­de­run­gen sei­en zudem für die Unter­neh­men „so kom­plex und so unver­ständ­lich, dass sie ohne Rechts­be­ra­tung gar nicht zu leis­ten sind”. Feh­ler wür­den aber mit einem „exis­tenz­ge­fähr­den­den Buß­geld” von bis zu vier Pro­zent der welt­wei­ten Umsät­ze belegt wer­den. Auf die Ent­las­tun­gen durch die Gas- und Strom­preis­brem­se wür­den vie­le Betrie­be wegen der Haf­tungs- und Büro­kra­tie­be­din­gun­gen lie­ber ver­zich­ten, anstatt gezwun­gen zu sein sie anzu­neh­men. „Eine Opt-Out-Mög­lich­keit ist zwin­gend gebo­ten”, heißt es in dem Schreiben.

Foto: Strom­mast, über dts Nachrichtenagentur

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