Ärz­te­ver­tre­ter fürch­ten Miss­brauch tages­sta­tio­nä­rer Behandlung

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Ärz­te­ver­tre­ter war­nen davor, die geplan­ten Rege­lun­gen zur häus­li­chen Über­nach­tung bei Kli­nik­be­hand­lun­gen für öko­no­mi­sche Zwe­cke zu miss­brau­chen. Das Ziel sei rich­tig, prak­ti­ka­ble Mög­lich­kei­ten zur tages­sta­tio­nä­ren Behand­lung zu schaf­fen, sag­te Susan­ne Joh­na, Vor­sit­zen­de der Ärz­te­ge­werk­schaft Mar­bur­ger Bund, den Zei­tun­gen der Fun­ke-Medi­en­grup­pe (Frei­tag­aus­ga­ben). Eine sol­che Rege­lung kön­ne in man­chen Fäl­len das Pfle­ge­per­so­nal ent­las­ten und auch dem Pati­en­ten­wunsch entsprechen. 

Es dür­fe aber kei­nen Druck auf die Ärz­te geben. „Wir müs­sen unbe­ein­flusst von wirt­schaft­li­chen Erwä­gun­gen der kauf­män­ni­schen Lei­tun­gen ent­schei­den kön­nen. Öko­no­mi­sche Erwar­tun­gen müs­sen immer hin­ter medi­zi­ni­schen Erfor­der­nis­sen zurück­tre­ten.” In einer älter wer­den­den Gesell­schaft häuf­ten sich die Ein­grif­fe bei Men­schen, die ein höhe­res Lebens­al­ter haben und häu­fig auf Hil­fe ange­wie­sen sei­en. Auch Sin­gle­haus­hal­te näh­men in Deutsch­land zu, gab Joh­na zu beden­ken. „Wir müs­sen den Men­schen wei­ter­hin die Mög­lich­keit geben kön­nen, nach einem Ein­griff im Kran­ken­haus zu blei­ben, wenn sie sich nicht aus­rei­chend allein ver­sor­gen kön­nen. Da darf es kei­ne Abstri­che geben.” Tages­be­hand­lun­gen kämen nur für sol­che Pati­en­ten in Fra­ge, die einer sta­tio­nä­ren Behand­lung bedürf­ten, aber bei denen aus medi­zi­ni­scher Sicht tat­säch­lich auf eine Über­nach­tung und durch­ge­hen­de Über­wa­chung im Kran­ken­haus ver­zich­tet wer­den kön­ne, so die Medi­zi­ne­rin. Der Bun­des­tag befasst sich an die­sem Frei­tag abschlie­ßend mit einem Maß­nah­men­pa­ket von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl Lau­ter­bach (SPD) zur Ent­las­tung des Pfle­ge­per­so­nals in Kli­ni­ken (Kran­ken­haus­pfle­ge­ent­las­tungs­ge­setz). In die­sem Rah­men soll auch gere­gelt wer­den, dass für medi­zi­nisch geeig­ne­te Fäl­le künf­tig eine soge­nann­te „tages­sta­tio­nä­re Behand­lung” mög­lich ist.

Foto: Kran­ken­haus, über dts Nachrichtenagentur

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