Finanz­mi­nis­ter bezeich­net Steu­er­erhö­hun­gen als „brand­ge­fähr­lich”

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Chris­ti­an Lind­ner (FDP) ver­tei­digt den soge­nann­ten „Dop­pel-Wumms” von Kanz­ler Olaf Scholz (SPD), zeigt sich aber zum Ein-Jahr-Jubi­lä­um der Ampel „gewiss nicht stolz” auf die neu­en Mil­li­ar­den­schul­den. „Es wäre nicht nur Ideo­lo­gie, son­dern auch öko­no­misch unsin­nig, wenn ich mich als Finanz­mi­nis­ter not­wen­di­gen Ent­las­tun­gen ver­wei­gern wür­de, nur weil das FDP-Wahl­pro­gramm 2020 die­se Lage nicht vor­her­se­hen konn­te”, sag­te er dem „Focus”. Lind­ner wei­ter: „Wir kön­nen die Men­schen mit ihren wirt­schaft­li­chen Sor­gen nicht alleinlassen.” 

Steu­er­erhö­hun­gen zur Finan­zie­rung lehnt der Minis­ter und FDP-Par­tei­chef wei­ter ab, die „wären ein brand­ge­fähr­li­ches Expe­ri­ment. Das schlie­ße ich aus”. Er sei „natür­lich in einem Dilem­ma” und müs­se „mit Kri­tik umge­hen, die man nicht ein­fach mit Selbst­ge­wiss­heit vom Tisch wischen soll­te”. Aber Strom- und Gas­preis­brem­se sei­en „nötig, wir wür­den sonst das aufs Spiel set­zen, was die­ses Land sich über Jahr­zehn­te erar­bei­tet hat”, so Lind­ner, der „Focus” gegen­über sein ers­tes Regie­rungs­jahr als „in jeder Hin­sicht for­dernd” beschrieb. Als Finanz­mi­nis­ter kön­ne er es zudem „kraft Natur der Sache nie­man­dem recht machen, denn die Res­sour­cen sind nun mal end­lich. Also ist stän­di­ge Kri­tik mein Beglei­ter.” Lind­ner zog selbst­kri­tisch Bilanz: „Ich muss vie­le Ent­schei­dun­gen in Zei­ten wirt­schaft­li­cher Unsi­cher­heit tref­fen und den­ke oft: Hast du das rich­tig gemacht? Wäre es anders bes­ser gewe­sen?” Das Regie­rungs­amt leh­re ihn „trotz des gro­ßen Ein­flus­ses vor allem Demut”.

Foto: Chris­ti­an Lind­ner, über dts Nachrichtenagentur

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