Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um will här­te­re Regeln für Umgang mit China

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Das Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um hat unter dem Titel „Inter­ne chi­na­po­li­ti­sche Leit­li­ni­en” ein 100-sei­ti­ges Papier erar­bei­tet, das den Umgang mit Peking regeln soll. „In einem von wach­sen­der Sys­tem­ri­va­li­tät und zuneh­men­den geo­po­li­ti­schen Span­nun­gen gepräg­ten bila­te­ra­len Ver­hält­nis stel­len enge wirt­schaft­li­che Ver­flech­tun­gen mit und punk­tu­el­le Abhän­gig­kei­ten von Chi­na wach­sen­de Risi­ken für die poli­ti­sche Hand­lungs­frei­heit Deutsch­lands und der EU dar”, heißt es in dem Schrei­ben, über das die „Welt am Sonn­tag” berich­tet. Russ­lands Krieg in der Ukrai­ne und die Reak­ti­on des Wes­tens dürf­te Chi­nas Füh­rung ana­ly­sie­ren und Schlüs­se für das Vor­ge­hen gegen­über Tai­wan ziehen. 

Der Krieg Russ­lands illus­trie­re die Risi­ken, die sich aus engen Ver­flech­tun­gen mit auto­kra­tisch regier­ten Län­dern erge­ben kön­nen, schrei­ben Robert Habecks Exper­ten. Der Regie­rung gibt das Haus „prio­ri­tä­re Hand­lungs­emp­feh­lun­gen”. Ganz vorn ste­hen die Diver­si­fi­zie­rung der Wirt­schafts- und Lie­fer­be­zie­hun­gen sowie die Neu­jus­tie­rung der Außen­wirt­schafts­för­der­instru­men­te. „Poli­ti­sche Flan­kie­rung von Pro­jek­ten in Chi­na durch hoch­ran­gi­ge Ver­tre­ter der Bun­des­re­gie­rung gegen­über chi­ne­si­scher Sei­te grund­sätz­lich hin­ter­fra­gen und davon abhän­gig machen, dass nach­weis­lich ein posi­ti­ver Effekt für den Stand­ort”, heißt es stich­punkt­ar­tig. Kri­ti­sche Tech­no­lo­gien und Infra­struk­tur sol­len bes­ser geschützt wer­den. Zudem sol­le es mög­lich wer­den, Anbie­ter „von End‑, Zwi­schen- und Vor­pro­duk­ten aus auto­kra­tisch regier­ten Dritt­län­dern” in Berei­chen der kri­ti­schen Infra­struk­tur aus­zu­schlie­ßen. Gegen­über Chi­na will man ein „sub­stan­zi­el­les Enga­ge­ment für WTO-Reform ein­for­dern”. Die EU müs­se „Anrei­ze für den Auf- und Aus­bau von Förderungs‑, Ver­ar­bei­tungs- und Ver­ede­lungs­ka­pa­zi­tä­ten bei stra­te­gisch wich­ti­gen Roh­stof­fen” setzen.

Foto: Bank of Bei­jing, über dts Nachrichtenagentur

Anmer­kun­gen zum Bei­trag? Hin­weis an die Redak­ti­on sen­den.