Regie­rung will höhe­re Ener­gie­prei­se nur im Aus­nah­me­fall erlauben

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Die Bun­des­re­gie­rung will Strom- und Gas-Ver­sor­gern Preis­er­hö­hun­gen für 2023 deut­lich erschwe­ren. Das geht aus einem vom Kabi­nett beschlos­se­nen Gesetz­ent­wurf zu den Preis­brem­sen her­vor, über den die „Bild” (Sams­tag­aus­ga­be) berich­tet. Der Ver­sor­ger müs­se dem­nach im Streit­fall dem Bun­des­kar­tell­amt bewei­sen, dass die Bör­sen­prei­se die Erhö­hung recht­fer­ti­gen, bestä­tig­te eine Spre­che­rin des Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums der „Bild”.

So lan­ge der Ver­sor­ger das nicht kön­ne, blei­be die Erhö­hung ver­bo­ten. Ursa­che ist eine Beweis­last­um­kehr zulas­ten der Ener­gie-Ver­sor­ger. Aus die­ser folgt ein grund­sätz­li­ches Ver­bot für Erhö­hun­gen und Recht­fer­ti­gungs­grün­de nur in Aus­nah­me­fäl­len. Hin­ter­grund ist der Erstat­tungs­an­spruch, der für Gas-Lie­fe­ran­ten aus den Ener­gie­preis-Brem­sen gegen den Staat erwächst und miss­brauchs­an­fäl­lig ist. „Im Ergeb­nis muss Miss­brauch aus­ge­schlos­sen wer­den”, sag­te Nina Scheer, ener­gie­po­li­ti­sche Spre­che­rin der SPD. Micha­el Kru­se, Spre­cher für Ener­gie­po­li­tik der FDP-Bun­des­tags­frak­ti­on, ergänz­te: „Mit­nah­me­ef­fek­te, die Ver­sor­gungs­un­ter­neh­men zu höhe­ren Tari­fen ani­mie­ren, wol­len wir ver­hin­dern.” Laut „Check24”-Zahlen, über die die „Bild” berich­tet, soll es zum 1. Janu­ar mas­si­ve Preis­auf­schlä­ge geben: 457 Gas-Ver­sor­ger pla­nen ein Plus um durch­schnitt­lich 56 Pro­zent, davon betrof­fen wären 3,6 Mil­lio­nen Haus­hal­te. 636 Strom-Ver­sor­ger pla­nen Erhö­hun­gen um durch­schnitt­lich 60 Pro­zent für 7,5 Mil­lio­nen Haus­hal­te. „Ver­brau­cher dür­fen die Zah­lung der Erhö­hung zurück­hal­ten”, sag­te Leo­no­ra Hol­ling, Che­fin des Bun­des der Ener­gie­ver­brau­cher. „Die geplan­ten Erhö­hun­gen ste­hen nicht im Ver­hält­nis zur Preis­ent­wick­lung an der Bör­se. Wir raten Ver­brau­chern, Wider­spruch einzulegen.”

Foto: Rech­nung, über dts Nachrichtenagentur

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