Russ­land will Preis­ober­gren­ze für Öl nicht akzeptieren

Mos­kau (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Russ­land will die von der Euro­päi­schen Uni­on beschlos­se­ne Preis­ober­gren­ze von 60 US-Dol­lar pro Bar­rel Öl nicht akzep­tie­ren. Das sag­te Kreml-Spre­cher Dmi­try Pes­kov am Sams­tag, wie die rus­si­sche Nach­rich­ten­agen­tur TASS mel­de­te. Russ­land habe für den nun ein­ge­tre­te­nen Fall bereits „Vor­keh­run­gen” getrof­fen, sag­te er, wei­te­re Details wol­le man spä­ter bekannt geben. 

EU-Diplo­ma­ten hat­ten sich am Frei­tag auf die Preis­ober­gren­ze geei­nigt, nach­dem die Maß­nah­me bereits seit Mona­ten im Gespräch war. Die EU will damit die Gewin­ne Russ­lands begren­zen. Die Ener­gie­prei­se für Gas und Öl waren im Zuge des Kriegs in der Ukrai­ne kräf­tig gestie­gen, unter ande­rem weil Russ­land die gelie­fer­ten Men­gen beim Gas redu­zier­te. Auf­grund der gestie­ge­nen Prei­se konn­te Mos­kau dem Ver­neh­men nach aber trotz­dem ordent­lich ver­die­nen. Zuletzt wur­de rus­si­sches Öl aber auch ohne staat­li­chen Preis­de­ckel schon mit Abschlä­gen gehan­delt. Wäh­rend ein Fass der Nord­see-Sor­te Brent am Frei­tag 85 US-Dol­lar kos­te­te, war rus­si­sches Öl zu Prei­sen zwi­schen 73 und 77 US-Dol­lar zu haben. Was pas­siert, wenn man rus­si­sches Öl kauft, muss­te im Früh­jahr der bri­tisch-nie­der­län­di­sche Ener­gie­kon­zern Shell erfah­ren: Nach­dem das Unter­neh­men zu einem Dum­ping­preis von unter 30 Dol­lar pro Fass in Mos­kau ein­ge­kauft hat­te, gab es einen regel­rech­ten „Shit­s­torm”. Shell ent­schul­dig­te sich und kün­dig­te an, den Gewinn aus dem Geschäft an einen Fonds zu spen­den, der die „schreck­li­chen Fol­gen des Krie­ges für die Men­schen in der Ukrai­ne” lin­dern helfe.

Foto: Kreml, über dts Nachrichtenagentur

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