SPD, FDP und Grü­ne wer­ben erneut für Ampel-Koalition

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Die drei Par­tei­en der Ampel­ko­ali­ti­on haben nach einem Jahr gemein­sa­mer Regie­rungs­ar­beit ihr über­ge­ord­ne­tes Ziel bekräf­tigt, den gesell­schaft­li­chen Wan­del „aktiv gestal­ten” zu wol­len. Wenn Fort­schritt in der Gesell­schaft ange­nom­men wer­den sol­le, dann müss­ten „dafür Brü­cken gebaut und lager­über­grei­fen­de Per­spek­ti­ven ein­ge­bun­den wer­den”, schrei­ben die Vor­sit­zen­den von SPD, FDP und Grü­nen, Saskia Esken, Lars Kling­beil, Chris­ti­an Lind­ner, Ricar­da Lang und Omid Nou­ripour in einem gemein­sa­men Gast­bei­trag für die „Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung” (Diens­tags­aus­ga­be). Es zeich­ne ihre Koali­ti­on aus, eine gemein­sa­me Fort­schritts­per­spek­ti­ve aus unter­schied­li­chen Blick­win­keln zu ent­wi­ckeln: „Und wir haben noch viel vor: Wir wol­len Deutsch­land sozia­ler und gerech­ter, moder­ner und digi­ta­ler, wett­be­werbs­fä­hi­ger und kli­ma­neu­tral machen.” 

Die fünf Par­tei­vor­sit­zen­den lob­ten, dass etli­che Vor­ha­ben ihrer Koali­ti­on Dis­kus­sio­nen aus­ge­löst hät­ten: „Bei die­sen vie­len Wei­chen­stel­lun­gen, mit denen wir dem Fort­schritt eine Rich­tung geben, sind öffent­lich geführ­te Debat­ten, Zwei­fel und Kri­tik nicht nur erwart­bar. Sie sind in einer demo­kra­ti­schen Gesell­schaft sogar not­wen­dig, so prü­fen wir unter­schied­li­che Argu­men­te und Lösun­gen.” Dar­in lie­ge zugleich Anstren­gung und Stär­ke der Demo­kra­tie. Den Kampf der Ukrai­ner unter­stütz­ten die Par­tei­en der Ampel­ko­ali­ti­on mili­tä­risch und huma­ni­tär, finan­zi­ell und mit har­ten Sank­tio­nen gegen Russ­land. „Das geschlos­se­ne Han­deln unse­rer drei Par­tei­en ist dafür die unver­rück­ba­re Grund­la­ge.” Die fünf Par­tei­vor­sit­zen­den zie­hen vor dem Hin­ter­grund der Ener­gie­kri­se durch den Angriffs­krieg Russ­lands eine posi­ti­ve Regie­rungs­bi­lanz. Nach den ers­ten kal­ten Wochen die­ses Win­ters zei­ge sich, „dass wir mit vol­len Gas­spei­chern und gut vor­be­rei­tet in die kom­men­den Mona­te gehen.” Dank erheb­li­cher Pla­nungs­be­schleu­ni­gung neh­me das ers­te LNG-Ter­mi­nal in die­sen Tagen den Betrieb auf. Neue Lie­fer­ver­trä­ge sei­en geschlos­sen wor­den, die Strom- und Wär­me­ver­sor­gung sei durch den vor­über­ge­hend ver­län­ger­ten Betrieb von Koh­le- und Atom­kraft­wer­ken gesi­chert. „In nur weni­gen Mona­ten haben wir es geschafft, unab­hän­gig zu wer­den von rus­si­schem Gas.” Die finan­zi­el­len Belas­tun­gen für vie­le Bür­ger, Unter­neh­men und sozia­le Ein­rich­tun­gen habe die Koali­ti­on mit ins­ge­samt fast 300 Mil­li­ar­den Euro in meh­re­ren Schrit­ten abge­fe­dert. Ver­bun­den mit die­sen „beherz­ten Maß­nah­men” sei es gelun­gen, inmit­ten der Kri­se „unse­re Fort­schritt­sagen­da” vor­an­zu­trei­ben. So habe die Kom­bi­na­ti­on der Bür­ger­geld­re­form mit dem neu­en Wohn­geld und der Erhö­hung von BAföG, Kin­der­geld und Kin­der­zu­schlag vie­len Men­schen neue Chan­cen auf Teil­ha­be und Auf­stieg eröff­net. „Das sind die größ­ten Ver­än­de­run­gen unse­res Sozi­al­staa­tes seit min­des­tens 20 Jah­ren.” Auch gesell­schafts­po­li­tisch brin­ge die Ampel „unse­re Geset­ze auf die Höhe der Zeit”, etwa durch die Abschaf­fung von Para­graph 219a StGB. Mit einem moder­nen und prak­ti­ka­blen Ein­wan­de­rungs­recht wer­de die Koali­ti­on drin­gend benö­tig­ten Fach­kräf­ten die Zuwan­de­rung erleichtern.

Foto: Ampel-Koali­ti­ons­ver­trag, über dts Nachrichtenagentur

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