Rufe nach Neu­aus­rich­tung des Bundesverkehrswegeplans

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Vor Beginn des „Infra­struk­tur­dia­logs” zwi­schen dem Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um und mehr als 160 Orga­ni­sa­tio­nen for­dern Umwelt­schüt­zer und die Grü­nen-Bun­des­tags­frak­ti­on eine Neu­aus­rich­tung des Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plans (BVWP). „Der Dia­log­pro­zess muss, wie im Ampel-Koali­ti­ons­ver­trag ver­ein­bart, eine Neu­prio­ri­sie­rung der Vor­ha­ben im gel­ten­den Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan zum Ergeb­nis haben”, sag­te Julia Ver­lin­den, Vize-Frak­ti­ons­chefin der Grü­nen, dem „Redak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land”. Dar­an wer­de man Ver­kehrs­mi­nis­ter Wis­sing mes­sen und sei guter Din­ge, dass der Pro­zess ent­spre­chend aus­ge­stal­tet werde. 

Deutsch­land wer­de sei­ne Kli­ma­zie­le nur mit einer Mobi­li­täts­wen­de errei­chen. „Dazu gehört ein deut­li­cher höhe­rer Anteil von Güter- und Per­so­nen­ver­kehr auf der Schie­ne. Des­we­gen müs­sen wir unse­re begrenz­ten Res­sour­cen auf Mobi­li­täts­wen­de­pro­jek­te fokus­sie­ren”, so Ver­lin­den. Auch Umwelt­schüt­zer for­dern einen Neu­an­fang: Schon viel zu lan­ge leis­te sich Deutsch­land eine Infra­struk­tur­pla­nung, die ein „Wünsch-dir-was-Pro­gramm” ein­zel­ner Poli­ti­ker sei, „statt eines struk­tu­rier­ten Zukunfts­plans”, sag­te Jens Hil­gen­berg, Ver­kehrs­ex­per­te des BUND, dem RND. „Sowohl Zie­le des Kli­ma­schut­zes und des Erhalts der Bio­di­ver­si­tät, als auch klas­si­sche ver­kehr­li­che Zie­le wie Erhalt und Ertüch­ti­gung eines Kern­net­zes wer­den in den Pla­nun­gen nach wie vor kaum berück­sich­tigt.” Die Bun­des­re­gie­rung müs­se ihre bis­he­ri­ge Pra­xis ver­än­dern und statt des Baus wei­te­rer Auto­bah­nen und Bun­des­stra­ßen, den Erhalt der bestehen­den Ver­kehrs­in­fra­struk­tur in den Mit­tel­punkt des Han­delns stel­len. „Zur Ein­hal­tung der Kli­ma­zie­le ist die Strei­chung aller Stra­ßen­pro­jek­te nötig, wel­che die Treib­haus­gas­emis­sio­nen erhö­hen und wert­vol­le Natur­räu­me zer­stö­ren oder erheb­lich beein­träch­ti­gen.” Neben dem BUND haben sie­ben wei­te­re Umwelt­or­ga­ni­sa­tio­nen dazu auf­ge­for­dert, einen grund­le­gend refor­mier­ten Bun­des­mo­bi­li­täts­plan 2040 auf­zu­stel­len, „der alle Ver­kehrs­trä­ger inte­griert und sämt­li­che ver­kehrs­po­li­ti­schen Maß­nah­men einbezieht”.

Foto: Gleis­an­la­ge, über dts Nachrichtenagentur

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