Euro­grup­pen-Chef warnt vor Aus­wei­tung natio­na­ler Energiehilfen

Brüs­sel (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Der am Mon­tag wie­der­ge­wähl­te Vor­sit­zen­de der Euro­grup­pe, Paschal Donohoe, schwört die Euro-Staa­ten auf einen schwie­ri­gen Kampf gegen die Infla­ti­on ein. „Ich unter­stüt­ze die Arbeit der EZB sehr, aber ich glau­be, es ist nicht ihre Auf­ga­be allein, die Infla­ti­on zu bekämp­fen”, sag­te der iri­sche Poli­ti­ker der „Welt”. Die Regie­run­gen in der Euro-Zone müss­ten jetzt ihren Teil dazu bei­tra­gen, bei den Haus­halts­ent­schei­dun­gen, die sie im kom­men­den Jahr tref­fen werden. 

„Aber die Bekämp­fung der Infla­ti­on ist im Moment beson­ders anspruchs­voll, weil wir Geld­po­li­tik, Haus­halts­po­li­tik und zusätz­lich noch Ener­gie­po­li­tik koor­di­nie­ren müs­sen. Die Koor­di­na­ti­on ist also kom­ple­xer als in ver­gan­ge­nen Peri­oden hoher Infla­ti­on.” Der iri­sche Finanz­mi­nis­ter appel­lier­te an sei­ne Amts­kol­le­gen in den ande­ren Euro-Staa­ten, die Infla­ti­on im kom­men­den Jahr nicht mit zusätz­li­chen Staats­aus­ga­ben und neu­en Hilfs­pro­gram­men zu befeu­ern. „Wenn die Ener­gie­hil­fen, die natio­na­le Regie­run­gen 2022 ent­wi­ckelt haben, im kom­men­den Jahr und dar­über hin­aus fort­ge­setzt wer­den und wenn sie von der Gestal­tung und dem Umfang her unver­än­dert blei­ben, besteht die Gefahr, dass sie die Kon­junk­tur und die Infla­ti­on wei­ter anhei­zen”, sag­te der Poli­ti­ker. „Das zu ver­hin­dern, wird unse­re Auf­ga­be für den Anfang des nächs­ten Jah­res. Vor allem in der ers­ten Hälf­te des nächs­ten Jah­res wird es dar­um gehen, die­ses Gleich­ge­wicht zu hal­ten.” Das sei bis­her nicht gelun­gen, statt­des­sen habe die Haus­halts­po­li­tik in der Euro-Zone in die­sem Jahr die Kon­junk­tur und die Infla­ti­on zusätz­lich angetrieben.

Foto: Hei­zung, über dts Nachrichtenagentur

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