FDP will Ver­fas­sungs­än­de­rung über Zustän­dig­keit bei Katastrophen

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Die FDP-Frak­ti­on will die Ver­fas­sung ändern, um dem Bund im Kata­stro­phen­fall mehr Kom­pe­ten­zen zu geben. „Der Bund muss in bestimm­ten Kon­stel­la­tio­nen Wei­sun­gen an die Län­der ertei­len kön­nen, um den Bevöl­ke­rungs­schutz in schwie­ri­gen Kata­stro­phen- und Kri­sen­la­gen effi­zi­ent zu gestal­ten”, sag­te FDP-Frak­ti­ons­vi­ze Kon­stan­tin Kuh­le den Part­ner­zei­tun­gen der „Neu­en Ber­li­ner Redak­ti­ons­ge­sell­schaft” (Don­ners­tags­aus­ga­ben) vor dem bun­des­wei­ten Warn­tag. Die Ampel habe ver­ein­bart, dass das Bun­des­amt für Bevöl­ke­rungs­schutz und Kata­stro­phen­hil­fe nach dem Vor­bild des Bun­des­kri­mi­nal­am­tes zu einer „ech­ten” Zen­tral­stel­le aus­ge­baut werde. 

Dazu brau­che es laut Kuh­le eine Ände­rung des Grund­ge­set­zes. „Wenn die Ampel-Koali­ti­on den Auf­trag des Koali­ti­ons­ver­tra­ges ernst nimmt, muss sie eine sol­che Ver­fas­sungs­än­de­rung auf den Weg brin­gen.” Es gehe nicht dar­um, den Län­dern die Zustän­dig­keit zu ent­zie­hen, so der Innen­po­li­ti­ker. „Aber Bund und Län­der müs­sen mit einem kon­struk­ti­ven Dia­log dar­über begin­nen, wie der Bevöl­ke­rungs­schutz ins­ge­samt künf­tig orga­ni­siert sein soll.” Kuh­le zufol­ge habe es in der Ver­gan­gen­heit oft an Kom­mu­ni­ka­ti­on und Koor­di­na­ti­on der unter­schied­li­chen Ebe­nen geman­gelt. Das neu geschaf­fe­ne „Gemein­sa­me Kom­pe­tenz­zen­trum Bevöl­ke­rungs­schutz” kön­ne daher nur ein ers­ter Schritt sein, es set­ze wei­ter­hin auf frei­wil­li­ge Koope­ra­ti­on von Bund und Län­dern. „Ange­sichts der zuneh­men­den Kata­stro­phen- und Kri­sen­la­gen, der wach­sen­den Kom­ple­xi­tät und des stei­gen­den Fort­bil­dungs­be­darfs reicht Frei­wil­lig­keit allein nicht mehr aus”, sag­te der FDP-Poli­ti­ker. So wer­de es sei­ner Ein­schät­zung nach in den kom­men­den Jah­ren vie­le Situa­tio­nen geben, die einen bes­se­ren Schutz der Bevöl­ke­rung nötig mach­ten. Als Bei­spie­le nennt er Wet­ter­ereig­nis­se wie im Ahr­tal, Hit­ze­wel­len, Wald­brän­de, zukünf­ti­ge Pan­de­mien oder Flucht­be­we­gun­gen. Der Kata­stro­phen- und Zivil­schutz dür­fe daher „nicht allei­ne durch das Ehren­amt getra­gen wer­den”, so Kuh­le. „Auch der Staat hat eine Ver­ant­wor­tung, sich in die­sem Bereich effi­zi­en­ter aufzustellen.”

Foto: Hoch­was­ser in Rhein­land-Pfalz im Juli 2021, über dts Nachrichtenagentur

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