Lon­don drängt auf Kom­pro­mis­se im Streit um Nordirland-Protokoll

Lon­don (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Vor dem Besuch von Bun­des­au­ßen­mi­nis­te­rin Anna­le­na Baer­bock (Grü­ne) in Irland und im Ver­ei­nig­ten König­reich hat der bri­ti­sche Außen­mi­nis­ter James Cle­ver­ly Ber­lin zu Kom­pro­mis­sen im Streit um das Nord­ir­land-Pro­to­koll auf­ge­ru­fen. In der „Welt” appel­lier­te der Kon­ser­va­ti­ve an die deut­sche Regie­rung, die im Ampel-Koali­ti­ons­ver­trag fest­ge­schrie­be­ne For­de­rung einer voll­stän­di­gen Umset­zung des Pro­to­kolls zu über­den­ken. „Es gibt mit­un­ter einen sub­ti­len Unter­schied zwi­schen dem, was Leu­te sagen und was sie wol­len”, so Cleverly. 

„Deutsch­land will den durch das Kar­frei­tags­ab­kom­men hart errun­ge­nen Frie­den sichern. Genau wie es die Inte­gri­tät des EU-Bin­nen­markts sichern will und eine regel­ba­sier­te, aber vor allem gegen­sei­tig nütz­li­che Han­dels­be­zie­hung zwi­schen der EU und unse­rem Land. Im deut­schen Koali­ti­ons­ver­trag dient der Punkt zum Nord­ir­land-Pro­to­koll mei­ner Ansicht nach stell­ver­tre­tend für all die­se Zie­le.” Cle­ver­ly sag­te, er kön­ne „womög­lich einen Weg auf­zei­gen, wie wir das Kar­frei­tags­ab­kom­men und den EU-Bin­nen­markt auf prak­ti­sche und weni­ger puris­ti­sche, theo­re­ti­sche Wei­se schüt­zen. Muss das unbe­dingt durch das Instru­ment des Nord­ir­land-Pro­to­kolls sein in sei­ner jet­zi­gen Form? Das Per­fek­te soll­te nicht Feind des Guten sein.”

Foto: Fah­nen von EU und Groß­bri­tan­ni­en, über dts Nachrichtenagentur

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