Wis­sing macht Bür­ger für lang­sa­me Digi­ta­li­sie­rung mitverantwortlich

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Vol­ker Wis­sing (FDP) for­dert von den Bun­des­bür­gern mehr Enga­ge­ment und Wil­len, sich auf eine schnel­le­re Digi­ta­li­sie­rung ein­zu­las­sen. „Unser Staat könn­te effi­zi­en­ter, bür­ger­nä­her und prä­zi­ser arbei­ten, wären wir in der Digi­ta­li­sie­rung wei­ter”, sag­te er dem „Spie­gel”. Es irri­tie­re ihn, „wie vie­le in die­sem Land nach Grün­den suchen, war­um man die­ses und jenes lie­ber wei­ter­hin ana­log machen soll­te – und dass wir nicht viel stär­ker die Rie­sen­chan­cen sehen, die eine digi­ta­le Gesell­schaft mit sich bringt”, so Wissing. 

Als kon­kre­tes Bei­spiel aus dem ers­ten Jahr sei­ner Amts­zeit nann­te er das 9‑Eu­ro-Ticket. „Ich woll­te ein rein digi­ta­les Ticket, aber man hat mich hän­de­rin­gend gebe­ten, auch Papier­ti­ckets anzu­bie­ten.” Von den 52 Mil­lio­nen ver­kauf­ten Tickets sei­en dann tat­säch­lich 26 Mil­lio­nen ana­log über den Tisch gegan­gen. In Deutsch­land sei­en die Bür­ger von einer Selbst­ver­ständ­lich­keit, digi­ta­le Medi­en zu nut­zen, weit ent­fernt: „Dar­über bin ich erschro­cken”, so der für Digi­ta­les zustän­di­ge Bun­des­mi­nis­ter. Als Gegen­bei­spiel nann­te Wis­sing die Ukrai­ne, wo es einen digi­ta­len Aus­weis für alle gebe. „Rings­um fal­len Bom­ben, aber dank der digi­ta­len Ver­wal­tung funk­tio­nie­ren Staat und Behör­den wei­ter”, sag­te der FDP-Poli­ti­ker. „Nicht nur im Kri­sen­fall führt die Digi­ta­li­sie­rung zu mehr Resi­li­enz, sie kann die Ver­wal­tung ins­ge­samt bür­ger­freund­li­cher und effi­zi­en­ter machen.” Auch wirt­schaft­lich wer­de der Rück­stand den Deut­schen ansons­ten zuneh­mend zu schaf­fen machen, die sich „alle ande­ren rings­um” immer stär­ker digi­ta­li­sier­ten. Kri­tik an der eige­nen Digi­tal­po­li­tik wies Wis­sing zurück. SPD-Par­tei­che­fin Saskia Esken hat­te sich jüngst ent­täuscht über die bis­he­ri­ge Digi­tal­bi­lanz der Ampel­ko­ali­ti­on gezeigt. „Ich habe die Äuße­rung von Saskia Esken eher so ver­stan­den, dass sie mit der Umset­zung der Digi­tal­pro­jek­te in den SPD-geführ­ten Minis­te­ri­en nicht zufrie­den ist”, sag­te Wis­sing dazu – und ver­wies auf die 135 Ziel­vor­ga­ben in sei­ner Digi­tal­stra­te­gie, an denen sich die Koali­ti­on 2025 mes­sen las­sen wolle.

Foto: Zwei Män­ner sur­fen im Inter­net, über dts Nachrichtenagentur

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