Baden-Würt­tem­bergs Innen­mi­nis­ter für schär­fe­res Disziplinarrecht

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Baden-Würt­tem­bergs Innen­mi­nis­ter Tho­mas Strobl (CDU) dringt nach der Groß­raz­zia gegen eine mut­maß­li­che Ter­ror­grup­pie­rung in der „Reichsbürger”-Szene auf ein här­te­res Vor­ge­hen gegen Extre­mis­ten im Staats­dienst. Er plä­dier­te für eine Ver­schär­fung des Bun­des­dis­zi­pli­nar­rechts nach dem Vor­bild sei­nes Bun­des­lan­des. „Unser Dis­zi­pli­nar­recht sieht schon seit län­ge­rem vor, dass das Beam­ten­ver­hält­nis nach sorg­fäl­ti­ger Prü­fung durch eine Ent­schei­dung der Exe­ku­ti­ve been­det wer­den kann”, sag­te Strobl dem „Han­dels­blatt” (Frei­tag­aus­ga­be).

„Das ver­ein­facht und beschleu­nigt das Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren.” Baden-Würt­tem­berg sei da schon wei­ter als der Bund. Dort sei nach den der­zeit gel­ten­den Vor­schrif­ten „die Ent­schei­dung über die Ent­fer­nung eines Beam­ten aus dem Beam­ten­ver­hält­nis den Gerich­ten zuge­wie­sen”. Strobl sieht hier drin­gen­den Hand­lungs­be­darf. Von Beam­ten erwar­te man zu Recht, dass sie sich aktiv für Frei­heit, Demo­kra­tie und unse­ren Rechts­staat ein­setz­ten, sag­te der CDU-Poli­ti­ker. „Wo Rechts­extre­mis­ten am Werk sind, muss des­halb schnell und ent­schlos­sen gehan­delt wer­den.” Der Bund müs­se da schnel­ler wer­den. Unter­stüt­zung kommt von SPD und Grü­nen. „Natür­lich muss sich das Dis­zi­pli­nar­recht ändern”, sag­te der kri­mi­nal­po­li­ti­sche Spre­cher der SPD-Bun­des­tags­frak­ti­on, Sebas­ti­an Fied­ler, dem „Han­dels­blatt” (Frei­tag­aus­ga­be). Es kön­ne etwa auch zu Kür­zun­gen bezie­hungs­wei­se zum Ver­lust der Ruhe­stands­be­zü­ge kom­men. Der Vor­sit­zen­de des Geheim­dienst­gre­mi­ums des Bun­des­tags, Kon­stan­tin von Notz (Grü­ne), rief die Bun­des­re­gie­rung auf, jetzt „ent­schlos­sen zu han­deln”. „Gera­de die­je­ni­gen, die unse­rem Staat die­nen und ihn reprä­sen­tie­ren, ste­hen in einer ganz beson­de­ren Ver­ant­wor­tung”, sag­te von Notz dem „Han­dels­blatt” (Frei­tag­aus­ga­be). An ihrer Inte­gri­tät dür­fe es kei­nen Zwei­fel geben. Schar­fe Kon­se­quen­zen hält auch der par­la­men­ta­ri­sche Geschäfts­füh­rer der CSU im Bun­des­tag, Ste­fan Mül­ler, für gebo­ten. „Wer den Staats­streich plant, der hat im Staats­dienst nichts ver­lo­ren und gehört ohne Wenn und Aber aus dem Beam­ten­ver­hält­nis ent­las­sen”, sag­te Mül­ler. „Reichs­bür­ger sind Repu­blik­ge­fähr­der, die unse­re Rechts­ord­nung aktiv bekämp­fen”, sag­te der CSU-Poli­ti­ker. Er erwar­te daher von Minis­te­rin Fae­ser „kla­re Kan­te gegen Ver­fas­sungs­fein­de und eine Ver­schär­fung des Beamtenrechts”.

Foto: Jus­ti­cia, über dts Nachrichtenagentur

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