Ärz­te­prä­si­dent for­dert dau­er­haf­tes Böllerverbot

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Der Prä­si­dent der Bun­des­ärz­te­kam­mer, Klaus Rein­hardt, for­dert ein dau­er­haf­tes Böl­ler­ver­bot an Sil­ves­ter. Der „Neu­en Osna­brü­cker Zei­tung” (NOZ) sag­te Rein­hardt: „Wir haben in den ver­gan­ge­nen zwei Jah­ren gute Erfah­run­gen mit einem Böl­ler­ver­bot gemacht. Jetzt soll­ten Bund und Län­der ein dau­er­haf­tes und umfas­sen­des Ver­bot beschließen.” 

Die „unge­re­gel­te Knal­le­rei” passt aus Sicht des Ärz­te­kam­mer­chefs nicht mehr in die Zeit. „Sie ist schlecht für Umwelt und Kli­ma und führt immer wie­der zu schwe­ren Ver­let­zun­gen”, argu­men­tiert Rein­hard. Jedes Jahr erlit­ten rund 8.000 Men­schen in Deutsch­land eine Ver­let­zung des Innen­oh­res durch explo­die­ren­de Feu­er­werks­kör­per. Beson­ders oft sei­en Kin­der, Jugend­li­che und jun­ge Erwach­se­ne zwi­schen sechs und 25 Jah­ren von Knall­trau­ma­ta betrof­fen. Hin­zu kämen Ver­let­zun­gen am Auge und Ver­bren­nun­gen. Das bedeu­te eine star­ke zusätz­li­che Belas­tung für die Mit­ar­bei­ter in den Kli­ni­ken, die ohne­hin schon seit Mona­ten am Limit arbei­te­ten, sag­te der Ärz­te­chef der NOZ. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren waren pri­va­te Feu­er­wer­ke wegen der Coro­na-Pan­de­mie ver­bo­ten gewe­sen. Rein­hard nann­te es nun „voll­kom­men fehl am Platz, das neue Jahr mit Rake­ten zu begrü­ßen, wäh­rend in Euro­pa ein Krieg wütet”. „Bei zahl­rei­chen Geflüch­te­ten aus Kriegs­ge­bie­ten löst die Sil­ves­ter­knal­le­rei schlim­me Gefüh­le aus, bei man­chen sogar Todes­ängs­te. Statt Geld für Böl­ler und Rake­ten aus­zu­ge­ben, wäre mir ein Spen­den-Feu­er­werk für die­se Men­schen lieber.”

Foto: Feu­er­werk, über dts Nachrichtenagentur

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