Ampel-Poli­ti­ker wol­len Zuwan­de­rung von Arbeits­kräf­ten erleichtern

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Innen­po­li­ti­ker der Ampel wol­len mehr aus­län­di­sche Arbeits­kräf­te nach Deutsch­land holen – auch sol­che ohne for­ma­le Qua­li­fi­ka­ti­on. „Wir brau­chen mehr als Fach­kräf­te”, sag­te Innen­po­li­ti­ke­rin Mis­bah Khan (Grü­ne) der „Welt” (Don­ners­tags­aus­ga­be). „Das Nase­rümp­fen über noch nicht qua­li­fi­zier­te Leu­te ist ein Ver­ken­nen der Bedar­fe auf dem Arbeitsmarkt.” 

Khan for­der­te die Bun­des­re­gie­rung auf, zu prü­fen, „ob sich die West­bal­kan­re­ge­lung auf ande­re Staa­ten über­tra­gen lässt”. Nach die­ser Rege­lung kön­nen Arbeits­kräf­te aus dem West­bal­kan zu Beschäf­ti­gungs­zwe­cken nach Deutsch­land kom­men, selbst wenn sie kei­ne for­ma­le Aus­bil­dung haben. Die Bun­des­re­gie­rung hat­te bereits ange­kün­digt, eine Aus­wei­tung anzu­stre­ben. „Sinn­voll wäre es, mit Staa­ten anzu­fan­gen, bei denen bereits Netz­wer­ke bestehen”, sag­te Khan wei­ter. „Infra­ge kom­men etwa die Tür­kei oder die Maghreb-Staa­ten. War­um sagen wir nicht: Wir ertei­len in einem ers­ten Pilo­ten für die Maghreb-Regi­on ein vier­stel­li­ges Kon­tin­gent an Auf­ent­halts­ti­teln für Beschäf­ti­gungs­zwe­cke? Was soll schief­ge­hen?” Ann-Ver­usch­ka Jurisch, Innen­po­li­ti­ke­rin der FDP-Frak­ti­on, erklär­te die West­bal­kan-Rege­lung zum „hid­den cham­pion” des Aus­län­der­rechts. Sie habe den „gro­ßen Vor­teil”, dass sie die Ent­schei­dung über eine aus­län­di­sche Arbeits­kraft in die Hän­de des Arbeit­ge­bers lege – so wie das auch bei Inlän­dern und EU-Aus­län­dern der Fall sei. Geeig­ne­te Kan­di­da­ten für eine Aus­wei­tung sei­en Län­der wie Geor­gi­en, Bra­si­li­en, Nami­bia, Süd­afri­ka oder Indo­ne­si­en. Der migra­ti­ons­po­li­ti­sche Spre­cher der SPD-Frak­ti­on, Lars Castel­luc­ci, sag­te, dass die West­bal­kan-Rege­lung ein „gutes Modell” sei, „um irre­gu­lä­re Migra­ti­on zu dämp­fen und lega­le Arbeits­mi­gra­ti­on zu stär­ken”. Er mahn­te aber, den Arbeits­kräf­ten ent­spre­chen­de Inte­gra­ti­ons­an­ge­bo­te zu machen. „Es ist eine Auf­ga­be für unse­re Regie­rung, aus einem Ein­wan­de­rungs­land ein gutes Inte­gra­ti­ons­land zu machen.” Hier gebe es noch „vie­le offe­ne Fra­gen”, sag­te Castel­luc­ci. So müss­ten Inte­gra­ti­ons­kur­se so gestal­tet sein, dass sie auch von Arbeits­kräf­ten genutzt wer­den könnten.

Foto: Frau mit Kopf­tuch und Frau ohne Kopf­tuch, über dts Nachrichtenagentur

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