Ampel wei­ter uneins über Soli für höchs­te Einkommen

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Die Ampel­ko­ali­ti­on steu­ert in der Fra­ge der Zukunft des Soli­da­ri­täts­zu­schlags auf einen offe­nen Kon­flikt zu. Soll­te der Bun­des­fi­nanz­hof den Soli­da­ri­täts­zu­schlag in sei­ner der­zei­ti­gen Form für grund­ge­setz­wid­rig hal­ten und den Fall dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt vor­le­gen, muss das Bun­des­ka­bi­nett gemein­sam ent­schei­den, ob die Regie­rung dem Ver­fah­ren bei­tritt und damit den Zuschlag in Karls­ru­he ver­tei­digt. Das geht aus einer Ant­wort der Finanz­mi­nis­te­ri­ums auf eine par­la­men­ta­ri­sche Anfra­ge der Lin­ken-Bun­des­tags­frak­ti­on her­vor, über die die Zei­tun­gen des „Redak­ti­ons­netz­werks Deutsch­land” (Mitt­wochs­aus­ga­be) berichten. 

„Soll­te das Ver­fah­ren vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt anhän­gig wer­den, gel­ten die Rege­lun­gen der Gemein­sa­men Geschäfts­ord­nung der Bun­des­mi­nis­te­ri­en.” Das bedeu­te unter ande­rem, dass über einen Bei­tritt das Kabi­nett ent­schie­den wer­den müs­se, schreibt Finanz-Staats­se­kre­tä­rin Lui­se Höl­scher. Zuletzt hat­te Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Chris­ti­an Lind­ner (FDP) den von Amts­vor­gän­ger Olaf Scholz (SPD) erklär­ten Bei­tritt zum Ver­fah­ren vor dem Bun­des­fi­nanz­hof rück­gän­gig gemacht. Des­halb war das Finanz­mi­nis­te­ri­um bei der münd­li­chen Ver­hand­lung über die mög­li­che Ver­fas­sungs­wid­rig­keit des Soli­da­ri­täts­zu­schlags am 11. Janu­ar nicht ver­tre­ten. Der Allein­gang bei dem Ver­fah­ren vor dem BFH ist zwar nach den Regeln der Regie­rung mög­lich, den­noch hat­te er bei SPD und Grü­nen für Ver­stim­mung gesorgt. Bei­de Par­tei­en wol­len am Soli für die höchs­ten Ein­kom­men fest­hal­ten, die FDP will ihn voll­stän­dig abschaf­fen. Die Ent­schei­dung des Bun­des­fi­nanz­hofs ist für den 30. Janu­ar ange­kün­digt. Der Lin­ken-Poli­ti­ker Chris­ti­an Gör­ke sprach von einer „Zer­reiß­pro­be” für die Ampel. „Wenn die Ampel bei der Abschaf­fung des Solis zusieht, winkt sie damit eine der größ­ten Steu­er­sen­kun­gen für Rei­che des letz­ten Jahr­zehnts durch”, mahn­te er.

Foto: Soli­da­ri­täts­zu­schlag, über dts Nachrichtenagentur

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