Ampel­bünd­nis arbei­tet am Ende der Zah­lun­gen an die Kirche

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Das Ber­li­ner Ampel­bünd­nis treibt das Ende der jähr­li­chen Zah­lun­gen der Län­der an die evan­ge­li­sche und die katho­li­sche Kir­che vor­an. Die Koali­ti­on wol­le die soge­nann­ten Staats­leis­tun­gen, mit denen unter ande­rem Bischofs­ge­häl­ter finan­ziert wer­den, „unbe­dingt” ablö­sen, sag­te der SPD-Kir­chen­be­auf­trag­te Lars Castel­luc­ci der Wochen­zei­tung „Die Zeit”. Die­se Leis­tun­gen sol­len aber nach den Wor­ten des SPD-Poli­ti­kers nicht ein­fach gestri­chen wer­den, son­dern durch eine ein­ma­li­ge Ablö­se­sum­me enden. 

Der Grü­nen-Poli­ti­ker Kon­stan­tin von Notz sag­te, die Koali­ti­on sei „schon in der kon­kre­ten Umset­zung”. Jähr­lich flie­ßen rund 550 Mil­lio­nen Euro aus den meis­ten Län­der­haus­hal­ten an die evan­ge­li­sche und katho­li­sche Kir­che. Die Staats­leis­tun­gen gehen auf das Jahr 1803 zurück, als Kir­chen­gü­ter ent­eig­net wur­den. Der Auf­trag, die Staats­leis­tun­gen an die Kir­che abzu­lö­sen, ist eigent­lich im Grund­ge­setz ver­an­kert. Bis­her ist dies aber nicht gesche­hen. Nach Infor­ma­tio­nen der „Zeit” trifft sich der­zeit eine Arbeits­grup­pe: Beam­te des Kanz­ler­amts, des Bun­des­in­nen- und des Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums, der Län­der, Kir­chen­funk­tio­nä­re und Sach­ver­stän­di­ge erar­bei­ten Eck­punk­te. Dann soll ein soge­nann­tes Grund­sät­ze-Gesetz geschrie­ben wer­den, das am Ende der Bun­des­tag beschließt. Lei­ter der Arbeits­grup­pe ist ein Minis­te­ri­al­di­rek­tor des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums, der evan­ge­li­sche Theo­lo­ge Jörn Thie­ßen. Auch der Vati­kan soll in den Pro­zess ein­ge­bun­den wer­den. „Der Zeit­plan ist straff: 2023 die Eck­punk­te, 2024 muss das Gesetz durch sein”, sag­te Castellucci.

Foto: Katho­li­scher Pfar­rer in einer Mes­se, über dts Nachrichtenagentur

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