Außen­po­li­ti­ker for­dern EU-Ver­mitt­lung im Bergkarabachkonflikt

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Im Kon­flikt zwi­schen Arme­ni­en und Aser­bai­dschan um die Blo­cka­de der Regi­on Berg­ka­ra­bach for­dern deut­sche Außen­po­li­ti­ker mehr Ver­mitt­lungs­in­itia­ti­ven von der Euro­päi­schen Uni­on. Die EU habe als Han­dels­part­ner und über Aser­bai­dschans Bünd­nis­part­ner Tür­kei star­ke Hebel, um diplo­ma­tisch Ein­fluss aus­zu­üben, sag­te der Vor­sit­zen­de der Links­frak­ti­on im EU-Par­la­ment, Mar­tin Schir­de­wan, dem „Redak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land”. Es dür­fe nicht dar­auf hin­aus­lau­fen, „dass sich Dik­ta­to­ren alles erlau­ben kön­nen, weil sie uns Gas liefern”. 

Die Blo­cka­de des Lat­schin-Kor­ri­dors durch aser­bai­dscha­ni­sche Kräf­te sei zu ver­ur­tei­len. Aser­bai­dschan pro­vo­zie­re eine huma­ni­tä­re Kata­stro­phe. „Es sei höchs­te Zeit, dass Deutsch­land und die EU sich aktiv für einen dau­er­haf­ten Frie­den zwi­schen Aser­bai­dschan und Arme­ni­en ein­set­zen”, sag­te Schir­de­wan, der auch Par­tei­chef der Lin­ken ist. „Die Blo­cka­de des Lat­schin-Kor­ri­dors durch das Schmie­ren­thea­ter Aser­bai­dschans gefähr­det inzwi­schen Men­schen­le­ben”, sag­te unter­des­sen der Grü­nen-Außen­po­li­ti­ker Jür­gen Trit­tin dem RND. „Die Ver­sor­gungs­si­cher­heit mit Lebens­mit­teln, aber auch mit Strom ist weit­ge­hend unter­bro­chen. Das ist der Ver­such von Prä­si­dent Ilham Ali­jew, eine Eska­la­ti­on her­bei­zu­füh­ren.” Es sei nur schwer zu über­se­hen, dass die rus­si­schen Trup­pen vor Ort nicht in der Lage sei­en, die Situa­ti­on zu kon­trol­lie­ren oder sogar kein Inter­es­se dar­an hät­ten, so Trit­tin. „Die Blo­cka­de muss drin­gend been­det wer­den”, for­der­te Trit­tin. Es sei des­halb wich­tig, dass Bun­des­prä­si­dent Frank-Wal­ter Stein­mei­er die Initia­ti­ve für ein Gespräch zwi­schen den Prä­si­den­ten bei­der Län­der ergrif­fen habe. „Es braucht jetzt aber Ver­mitt­lungs­in­itia­ti­ven von euro­päi­scher Sei­te mit mehr Nach­druck”, sag­te Trit­tin und füg­te hin­zu: „Aser­bai­dschans Rol­le als Ener­gie­lie­fe­rant Euro­pas darf hier nicht zu Lei­se­tre­te­rei sei­tens der EU führen.”

Foto: EU-Fah­ne, über dts Nachrichtenagentur

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