Behin­der­ten­be­auf­trag­ter kri­ti­siert rein digi­ta­les 49-Euro-Ticket

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Der Beauf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung für die Belan­ge von Men­schen mit Behin­de­run­gen, Jür­gen Dusel, warnt davor, aus­schließ­lich über Inter­net oder Smart­pho­ne bezieh­ba­re 49-Euro-Tickets für den Nah­ver­kehr ein­zu­füh­ren. „Wich­tig ist, dass Online-For­mu­la­re, über die das Abo bezo­gen wer­den kann, bar­rie­re­frei sind”, sag­te er der „Bild” (Frei­tag­aus­ga­be). „Außer­dem soll­ten die­se Abos nicht nur online abge­schlos­sen wer­den kön­nen, son­dern auch am Ticket-Schal­ter oder in den Kundenzentren.” 

Das sei wich­tig für alle Men­schen, die aus ver­schie­de­nen Grün­den kei­nen Zugang zum Inter­net hät­ten, so Dusel. „Unab­hän­gig davon müs­sen auch Ticket­au­to­ma­ten grund­sätz­lich bar­rie­re­frei sein. Denn Bar­rie­re­frei­heit ist ein Qua­li­täts-Stan­dard.” Auch Regi­na Gör­ner, Vor­sit­zen­de der Bun­des­ar­beits­ge­mein­schaft der Senio­ren­or­ga­ni­sa­tio­nen (BAGSO), äußert die Befürch­tung, dass ein digi­ta­les Ticket vie­le Senio­ren von der Nut­zung aus­schließt: „Für die vie­len Mil­lio­nen meist älte­ren Men­schen ohne Smart­pho­ne und Inter­net­zu­gang ist es wich­tig, dass das 49-Euro-Ticket nicht aus­schließ­lich digi­tal zu nut­zen ist, denn sie wer­den sonst aus­ge­schlos­sen. Wir for­dern, dass es auch an Fahr­kar­ten­schal­tern und ‑auto­ma­ten erhält­lich ist und das ohne Auf­preis.” Aus Sicht des Bun­des­ver­bands Deut­scher Omni­bus­un­ter­neh­men darf das geplan­te Deutsch­land­ti­cket nicht nur rein digi­tal zugäng­lich sein. „Denn das hie­ße, dass ledig­lich Men­schen mit Smart­pho­nes oder ähn­li­chen Gerä­ten Zugang zum Ticket hät­ten. In unse­rer altern­den Gesell­schaft hat gera­de die Mehr­heit der Senio­ren gro­ße Defi­zi­te hin­sicht­lich digi­ta­ler Kom­pe­ten­zen”, erklär­te ein Sprecher.

Foto: 9‑Eu­ro-Ticket in der Bahn-App, über dts Nachrichtenagentur

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