Bera­ter-Bran­che hat viel zu tun

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Anbie­ter von Rechts­be­ra­tung, Steu­er­be­ra­tung und Wirt­schafts­prü­fung haben viel zu tun. Der Bran­che gehe es gegen­wär­tig „sehr gut”, sag­te Klaus Wohl­ra­be von Münch­ner Ifo-Insti­tut dem „Han­dels­blatt” (Diens­tag­aus­ga­be) unter Beru­fung auf eine Son­der­aus­wer­tung. „Mehr als jedes zwei­te Unter­neh­men berich­tet aktu­ell von einer guten Geschäftslage.” 

Ledig­lich sechs Pro­zent sei­en unzu­frie­den. Die Bera­ter­bran­che zei­ge sich wei­ter­hin „rela­tiv robust” gegen­über der all­ge­mei­nen kon­junk­tu­rel­len Lage. Das soge­nann­te „Geschäfts­kli­ma” für die Bera­ter­bran­che liegt nach Berech­nun­gen des Insti­tuts fast 40 Punk­te über dem für die Gesamt­wirt­schaft. Die Index­wer­te spie­geln die Dif­fe­renz der Pro­zent­an­tei­le der posi­ti­ven und nega­ti­ven Ant­wor­ten wider. „Bei den Bera­tern gab es nicht ansatz­wei­se einen Ein­bruch des Geschäfts­kli­mas wie in der Gesamt­wirt­schaft”, so Wohl­ra­be. Vor allem durch Kri­sen ent­steht für die Bran­che viel Arbeit. So ver­weist der Deut­sche Steu­er­be­ra­ter­ver­band (DStV) auf die Fol­gen der Coro­na-Pan­de­mie, die Her­aus­for­de­run­gen durch den Angriffs­krieg Russ­lands gegen die Ukrai­ne, die dar­aus resul­tie­ren­de Ener­gie­kri­se und die stei­gen­de Infla­ti­on. DStV-Prä­si­dent Tors­ten Lüth sag­te dem „Han­dels­blatt”: „Die unsi­che­re Ener­gie­la­ge beun­ru­higt gera­de klei­ne­re Unter­neh­men.” Zwar reagie­re die Poli­tik mit Ad-hoc-Maß­nah­men wie der Gas- und Strom­preis­brem­se. Aber gera­de sol­che Ad-hoc-Maß­nah­men zeig­ten bis­wei­len erheb­li­che Pra­xis­schwä­chen – und gro­ßen Bera­tungs­be­darf. So sei­en die ange­spro­che­nen Hil­fen stel­len­wei­se unaus­ge­go­ren, weil die zwin­gend benö­tig­ten Rege­lun­gen zum Ver­an­la­gungs­ver­fah­ren zunächst völ­lig fehl­ten. „Was nüt­zen die best­ge­mein­ten Rege­lun­gen, wenn am Ende ihr Voll­zug nicht gelingt?”, kri­ti­siert Lüth und befürch­tet „einen Mel­de­wahn­sinn, der uns und unse­re Man­dan­ten bis min­des­tens 2025 ver­folgt”. Noch mehr Auf­trä­ge brin­gen dürf­te die „För­de­rung von Unter­neh­mens­be­ra­tun­gen für KMU”, die seit dem 1. Janu­ar gilt. Dabei gibt es je nach Regi­on 50 oder 80 Pro­zent Zuschuss für kon­kret ver­ein­bar­te Unternehmensberatungs-Aufträge.

Foto: Com­pu­ter-Nut­ze­rin, über dts Nachrichtenagentur

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