Bericht: Lis­te mit Leo­pard-Pan­zern liegt schon seit Mona­ten vor

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Im Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um gibt es angeb­lich doch schon seit dem Früh­som­mer 2022 eine detail­lier­te Lis­te mit ver­schie­de­nen Leo­pard-Model­len, die bei der Trup­pe ver­füg­bar sind und für eine Lie­fe­rung an die Ukrai­ne infra­ge kämen. Der „Spie­gel” berich­te­te am Sams­tag­abend, die ent­spre­chen­de Tabel­le sei als „Ver­schluss­sa­che” ein­ge­stuft wor­den. Dem­nach ver­fügt die Bun­des­wehr ins­ge­samt über 312 ver­schie­de­ne Leo­pard-2-Pan­zer ver­schie­de­ner Bau­rei­hen, davon befan­den sich aller­dings im Mai ver­gan­ge­nen Jah­res 99 für Instand­set­zungs- und Repa­ra­tur­ar­bei­ten bei der Rüs­tungs­in­dus­trie, einer bereits in der Aussonderung. 

Folg­lich sind in der Lis­te 212 Leo­pard-2-Model­le unter dem Rei­ter „Bestand Trup­pe” auf­ge­führt. Unter die­sen sind sowohl die ver­schie­de­nen Model­le 2A5, 2A6, 2A7 und 2A7V, das ist die moderns­te Aus­füh­rung des Waf­fen­sys­tems. Zum Stich­tag 22. Mai ver­füg­te die Trup­pe über 53 der Leo­pard-Vari­an­te 2A7V. Aus der Lis­te geht nach Anga­ben von Bun­des­wehr-Insi­dern auch schon her­vor, wel­che Model­le sich für eine Lie­fe­rung in die Ukrai­ne eig­nen wür­den. Dem­nach sei denk­bar, dass die Bun­des­wehr die 19 Leo­pard 2A5-Model­le abge­ben könn­te. Die­se sind laut der Lis­te aktu­ell zur „Dar­stel­lung geg­ne­ri­scher Kräf­te” im Gefechts­übungs­zen­trum des Heers ein­ge­setzt, sie simu­lie­ren also bei Manö­vern feind­li­che Pan­zer. Bei der Trup­pe heißt es, auf die 2A5-Model­le kön­ne man am ehes­ten ver­zich­ten, da sie nur zu Übun­gen ein­ge­setzt wer­den. Die Exis­tenz der Leo­pard-Lis­te dürf­te auch den neu­en Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Boris Pis­to­ri­us (SPD) inter­es­sie­ren. Pis­to­ri­us hat­te am Frei­tag auf einer Kon­fe­renz der Ukrai­ne-Unter­stüt­zer in Ram­stein ange­kün­digt, er wol­le prü­fen las­sen, wel­che und wie vie­le Leo­pard-Pan­zer der Bun­des­wehr über­haupt für eine Lie­fe­rung an die Ukrai­ne infra­ge kämen. Damit, so Pis­to­ri­us, wol­le er sich auf den Zeit­punkt vor­be­rei­ten, an dem Bun­des­kanz­ler Olaf Scholz die poli­ti­sche Ent­schei­dung über eine Pan­zer-Lie­fe­rung trifft. Am Sams­tag­mit­tag hat­te das Maga­zin „Busi­ness Insi­der” berich­tet, die zurück­ge­tre­te­ne Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Chris­ti­ne Lam­brecht (SPD) habe eine neue Bestands­auf­nah­me angeb­lich verhindert.

Foto: Bun­des­wehr-Pan­zer ´Leo­pard 2´, über dts Nachrichtenagentur

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