Betrei­ber von Nord Stream 2 sicher­te Schutz der Lei­tun­gen zu

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Kur­ze Zeit vor dem Spreng­stoff­an­schlag auf die Nord-Stream-Lei­tun­gen im Sep­tem­ber 2022 hat die rus­si­sche Betrei­ber­fir­ma den deut­schen Behör­den den Schutz der Lei­tun­gen zuge­si­chert. Dies zei­gen inter­ne Unter­la­gen des „Bun­des­amts für See­schiff­fahrt und Hydro­gra­phie” (BSH) in Ham­burg und des Berg­am­ts Stral­sund, über die die „Welt” in ihrer Mitt­wochs­aus­ga­be berich­tet. Die Oppo­si­ti­on kri­ti­siert die von Manue­la Schwe­sig (SPD) geführ­te Lan­des­re­gie­rung in Meck­len­burg-Vor­pom­mern und die Bun­des­re­gie­rung für den Umgang mit der Sicherheitslage. 

Der Vor­sit­zen­de der CDU-Lan­des­grup­pe Meck­len­burg-Vor­pom­mern im Bun­des­tag, Phil­ipp Amt­hor (CDU) sag­te der „Welt”, dass die Regie­rung „zu spät und zu lang­sam” auf die ver­än­der­te Sicher­heits­la­ge seit Aus­bruch des Ukrai­ne-Krie­ges reagiert habe. Und auch nach dem Pipe­line-Anschlag sei nicht genug für den Schutz kri­ti­scher Infra­struk­tur getan wor­den. In einer par­la­men­ta­ri­sche Anfra­ge an die Bun­des­re­gie­rung stell­te er die Fra­ge, war­um die Behör­den im März 2022 nur die Umwelt­ri­si­ken der Pipe­line erör­tert, jedoch ihren Schutz vor ter­ro­ris­ti­scher Fremd­ein­wir­kung außer Acht gelas­sen hät­ten. In der Ant­wort teil­te das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um (BMI) mit, dass „die Betrei­ber kri­ti­scher Infra­struk­tu­ren ver­ant­wort­lich für deren Schutz” sei­en. Es ver­wies zudem auf zwei ver­schie­de­ne Auf­ga­ben der Bun­des­po­li­zei, auf den Grenz­schutz und auf Patrouil­len rund um den Anschlags­ort: Dem BMI zufol­ge führt die Bun­des­po­li­zei nach den Anschlä­gen „See­strei­fen in räum­li­cher Nähe der Gas­pipe­line Nord Stream 2 durch”. Im Schwe­ri­ner Land­tag befasst sich der­zeit der Unter­su­chungs­aus­schuss „Kli­ma­schutz­stif­tung”, der im Juni 2022 ein­ge­setzt wur­de, mit dem Schei­tern des Nord-Stream-Pro­jekts. Der Obmann der CDU-Frak­ti­on im Aus­schuss, Sebas­ti­an Ehlers, sag­te dazu: „Bei uns kommt alles auf den Prüf­stand – auch das Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren für Nord Stream 2. Dazu wer­den wir im März Zeu­gen aus dem Berg­amt Stral­sund anhö­ren.” Ehlers kri­ti­sier­te auch das Kabi­nett von Minis­ter­prä­si­den­tin Schwe­sig: „Die Lan­des­re­gie­rung hat den Zusi­che­run­gen der rus­si­schen Sei­te offen­bar zu lan­ge ver­traut. Das war ein Fehler.”

Foto: Hin­weis­schild Nord Stream 2, über dts Nachrichtenagentur

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