Bis­her kei­ne Zusa­gen für Lie­fe­rung von Leopard-2-Kampfpanzern

In der Bun­des­re­gie­rung wach­sen die Zwei­fel, dass man die ange­kün­dig­te Lie­fe­rung von „Leo­pard 2”-Panzern an die Ukrai­ne wie geplant rea­li­sie­ren kann. Von den euro­päi­schen Part­nern, die zuvor öffent­lich die Lie­fe­run­gen von moder­nen Kampf­pan­zern an die Ukrai­ne ein­ge­for­dert hat­ten, gibt es bis­her kei­ne fes­ten Zusa­gen, sich an der geplan­ten Auf­stel­lung von zwei Pan­zer­ba­tail­lo­nen für die Ukrai­ne zu betei­li­gen, berich­tet der „Spie­gel” in der aktu­el­len Aus­ga­be. In Regie­rungs­krei­sen wur­den die Pro­ble­me bestä­tigt: „Die Zusam­men­stel­lung der Batail­lo­ne ent­puppt sich als müh­sa­mer Kraft­akt”, hieß es nach einer ent­spre­chen­den Anfra­ge des „Spie­gel”.

Bun­des­kanz­ler Olaf Scholz hat­te vor gut zwei Wochen ange­kün­digt, dass Deutsch­land gemein­sam mit ande­ren euro­päi­schen Natio­nen bis Ende März zwei mit „Leo­pard 2”-Waffensystemen bestück­te Pan­zer­ba­tail­lo­ne an die Ukrai­ne lie­fern wol­le. Bei der NATO sind sol­che Ver­bän­de mit 44 Kampf­pan­zern bestückt. Im ukrai­ni­schen Mili­tär gilt indes die Zahl von 31 Pan­zern als Richt­wert. Deutsch­land stellt für das Waf­fen-Paket 14 „Lepop­ard 2A6”-Panzer der Bun­des­wehr zur Ver­fü­gung. Als Reser­ve hält das Heer fünf wei­te­re Pan­zer in Deutsch­land bereit, sie sol­len bei Aus­fäl­len oder not­wen­di­gen Repa­ra­tu­ren an den ande­ren Pan­zern zum Ein­satz kom­men. Nach der Pan­zer-Ent­schei­dung von Scholz hat­te das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um umge­hend begon­nen, mit EU-Natio­nen wie Polen zu spre­chen. War­schau hat­te sich zuvor öffent­lich zu einer Lie­fe­rung von „Leo­pard 2”-Panzern bereit erklärt und Ber­lin damit erheb­lich unter Druck gesetzt. Bei einer Video-Kon­fe­renz, zu der Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Boris Pis­to­ri­us ver­gan­ge­ne Woche ein­ge­la­den hat­te, woll­te jedoch nach „Spiegel”-Informationen kein EU-Land kon­kre­te Zusa­gen über eine Betei­li­gung an dem Pan­zer-Paket machen. Selbst die nie­der­län­di­sche Regie­rung, die wie Polen in den Medi­en schon die Lie­fe­rung von „Leo­pard 2”-Panzern zuge­sagt hat­te, woll­te sich nicht fest­le­gen. Nach „Spiegel”-Informationen hat die Bun­des­re­gie­rung wegen der aus­blei­ben­den Zusa­gen seit Anfang der Woche spon­tan eine diplo­ma­ti­sche Initia­ti­ve gestar­tet, um die Part­ner doch noch zu schnel­len Ent­schei­dun­gen zu bewe­gen. Sogar Bun­des­kanz­ler Olaf Scholz soll sich ein­ge­schal­tet und drei Regie­rungs­chefs aus Nord- und Süd­eu­ro­pa ins Gewis­sen gere­det haben, ver­bind­li­che Zusa­gen zu machen. Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Boris Pis­to­ri­us soll par­al­lel mit meh­re­ren sei­ner euro­päi­schen Amts­kol­le­gen haben. Auch das Aus­wär­ti­ge Amt betei­ligt sich an den Ver­hand­lun­gen um die Waf­fen­hil­fe. (dts Nachrichtenagentur)

Foto: Bun­des­wehr-Pan­zer ´Leo­pard 2´, über dts Nachrichtenagentur

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