BND-Dop­pel­agent soll­te sel­ber Mit­ar­bei­ter überprüfen

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Der beim Bun­des­nach­rich­ten­dienst (BND) fest­ge­nom­me­ne mut­maß­li­che Dop­pel­agent stand offen­bar kurz davor, in lei­ten­der Funk­ti­on auf einem sehr sicher­heits­re­le­van­ten Pos­ten zu arbei­ten. WDR, NDR und „Süd­deut­sche Zei­tung” (SZ) berich­te­ten am Frei­tag, der Mann, der für einen rus­si­schen Nach­rich­ten­dienst spio­niert haben soll, soll­te aus­ge­rech­net in jenen BND-Bereich ver­setzt wer­den, der für die Sicher­heits­über­prü­fung der Mit­ar­bei­ter zustän­dig ist – als neu­er Lei­ter des Fach­be­reichs „Per­so­nel­le Sicher­heit”. Ledig­lich auf­grund von Urlaubs­zei­ten soll er noch nicht in die­ser Funk­ti­on gear­bei­tet haben, heißt es in dem Bericht. 

Die Abtei­lung „Per­so­nel­le Sicher­heit” ist im Aus­lands­nach­rich­ten­dienst für die Sicher­heits­über­prü­fung bei Bewer­bun­gen und von Mit­ar­bei­tern zustän­dig. Bereits zuvor war bekannt gewor­den, dass Cars­ten L. in den ver­gan­ge­nen Jah­ren in lei­ten­der Funk­ti­on in der Abtei­lung „Tech­ni­sche Auf­klä­rung” (TA) gear­bei­tet hat­te. Die ist zustän­dig für die Über­wa­chung von welt­wei­ter Telefon‑, Satel­li­ten- und Inter­net­kom­mu­ni­ka­ti­on. Rund die Hälf­te aller nach­rich­ten­dienst­li­chen Mel­dun­gen des BND stam­men aus die­ser Abtei­lung. Cars­ten L. war am 21. Dezem­ber 2022 von Ermitt­lern des Bun­des­kri­mi­nal­am­tes (BKA) in Ber­lin fest­ge­nom­men wor­den. Der Gene­ral­bun­des­an­walt ermit­telt wegen des Ver­dachts des Lan­des­ver­rats gegen ihn. Er soll im Jahr 2022 dienst­li­che Infor­ma­tio­nen, bei denen es sich um Staats­ge­heim­nis­se han­deln soll, an einen rus­si­schen Geheim­dienst ver­ra­ten haben. Das Motiv für den mut­maß­li­chen Ver­rat ist offen­bar wei­ter nicht klar. Der Recher­che­ver­bund von WDR, NDR und „Süd­deut­sche Zei­tung” (SZ) berich­tet, dass die Ermitt­lun­gen kei­ne Hin­wei­se dar­auf erge­ben hät­ten, dass Cars­ten L. für einen mut­maß­li­chen Ver­rat Geld bekom­men hat. Auch bei einer rou­ti­ne­mä­ßi­gen Sicher­heits­über­prü­fung soll L. nicht auf­fäl­lig gewe­sen sein.

Foto: Bun­des­nach­rich­ten­dienst, über dts Nachrichtenagentur

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