Bund und Län­der ver­bren­nen Mil­lio­nen Corona-Masken

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Vier Bun­des­län­der haben ins­ge­samt 17,25 Mil­lio­nen abge­lau­fe­ne Coro­na-Mas­ken ver­brannt. Dies geht aus einer der Anfra­ge der „Welt” (Frei­tags­aus­ga­be) an alle Bun­des­län­der her­vor. So wur­den in Baden-Würt­tem­berg 6,1 Mil­lio­nen, in Sach­sen 5,5 Mil­lio­nen, in Nord­rhein-West­fa­len fünf Mil­lio­nen und in Meck­len­burg-Vor­pom­mern 656.000 Mas­ken vernichtet. 

Elf Bun­des­län­der teil­ten mit, bis­her kei­ne Coro­na-Mas­ken ent­sorgt zu haben, dies aber teil­wei­se zu pla­nen. Thü­rin­gen konn­te über die Art der Ver­wer­tung kei­ne Anga­ben machen. Auch das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um in Ber­lin hat in den ver­gan­ge­nen Mona­ten Mas­ken „ener­ge­tisch ver­wer­tet”. Die Zahl lie­ge bis­lang „unter einer Mil­li­on Stück”, teil­te ein Spre­cher auf Anfra­ge mit. Die ver­nich­te­ten Mas­ken wur­den in der Hoch­pha­se der Pan­de­mie ein­ge­kauft. Sie haben ihr Halt­bar­keits­da­tum über­schrit­ten, ohne dass vor­her ein Abneh­mer für sie gefun­den wur­de. Es han­del­te sich bei Bund und Län­dern zum über­wie­gen­den Teil um OP- sowie FFP2- und ähn­li­che Mas­ken. Meh­re­re Lan­des­mi­nis­te­ri­en wol­len künf­tig noch wei­te­re Mas­ken ver­nich­ten las­sen. Das Pro­blem: Sie kön­nen bis­her nur Mas­ken ver­bren­nen, die sie auch selbst ein­ge­kauft haben. Für Mas­ken, die vom Bund beschafft und anschlie­ßend an die Län­der ver­teilt wur­den, brau­chen sie hier­für die Zustim­mung der Bun­des­re­gie­rung. Auf die Fra­ge, wann eine Zustim­mung erteilt wer­den kann, ant­wor­tet ein Spre­cher des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­ums: „Das BMG steht im regel­mä­ßi­gen Aus­tausch sowohl mit den Län­dern als auch mit der Gene­ral­zoll­di­rek­ti­on.” Kars­ten Klein, Obmann der FDP-Frak­ti­on im Haus­halts­aus­schuss des Bun­des­tags, kri­ti­siert die Über­be­schaf­fung der Vor­gän­ger­re­gie­rung: „Die Ampel-Koali­ti­on hat von Jens Spahn einen rie­si­gen und sehr teu­ren Mas­ken-Berg geerbt. So wich­tig die Unter­stüt­zung durch den Bund bei der Beschaf­fung von Mas­ken in 2020 auch zeit­wei­se war, sie mün­de­te unter Spahn in einen regel­rech­ten Kauf­rausch, der den Bedarf kom­plett aus den Augen ver­lor”, so Klein über den ehe­ma­li­gen Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter von der CDU. In künf­ti­gen Kri­sen müs­se sich die Beschaf­fung auf belast­ba­re Bedarfs­pro­gno­sen stüt­zen und eine bes­se­re Koor­di­na­ti­on zwi­schen Bund und Län­dern erfol­gen. Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um müs­se nun „unbe­dingt mit Hoch­druck” nach Mög­lich­kei­ten suchen, Mas­ken abzu­ge­ben, bevor deren Halt­bar­keit abläuft. Kri­tik an der Ver­nich­tung übt auch Kath­rin Vog­ler, gesund­heits­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Lin­ke-Frak­ti­on im Bun­des­tag: „Statt übrig geblie­be­ne Mas­ken etwa an Bahn- und Bus­sta­tio­nen oder in Arzt­pra­xen kos­ten­los an Men­schen zu ver­tei­len, ver­nich­ten die Bun­des­län­der und das Gesund­heits­mi­nis­te­ri­um nun Mil­lio­nen von Mas­ken.” Dies zei­ge, dass die Ver­ant­wort­li­chen die sozia­le Dimen­si­on von Infek­ti­ons­schutz nicht ansatz­wei­se ver­stan­den hät­ten, so Vog­ler. „Prä­ven­ti­ons­maß­nah­men wie Mas­ken und Tests müs­sen nied­rig­schwel­lig und mög­lichst kos­ten­frei für alle zur Ver­fü­gung stehen.”

Foto: Weg­ge­wor­fe­ner Mund­schutz, über dts Nachrichtenagentur

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