Bund und Län­der wol­len Kran­ken­haus­re­form gemein­sam erarbeiten

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Die Gesund­heits­mi­nis­ter von Bund und Län­der haben sich auf ein Vor­ge­hen bei der Erar­bei­tung einer Kran­ken­haus­re­form geei­nigt. Am Ende des Pro­zes­ses sol­le ein gemein­sa­mer Refe­ren­ten­ent­wurf ste­hen, teil­ten Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl Lau­ter­bach (SPD) und die Lan­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter von Nie­der­sach­sen und Nord­rhein-West­fa­len, Danie­la Beh­rens (SPD) und Karl-Josef Lau­mann (CDU), nach einer ers­ten Sit­zung am Don­ners­tag mit. Die Bun­des­län­der wer­den damit frü­her als üblich in den Pro­zess mit ein­ge­bun­den: Zumeist befas­sen sich die­se mit zustim­mungs­pflich­ti­gen Geset­zen erst dann im Bun­des­rat, wenn sie bereits vom Bun­des­tag ver­ab­schie­det wurden. 

„Wir haben uns dar­auf geei­nigt, was die wich­ti­gen The­men sind, und wir wol­len bis zur Som­mer­pau­se 2023 einen Vor­schlag ent­wi­ckeln, den wir dann mit den Län­dern gemein­sam zum Gesetz machen”, sag­te Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Lau­ter­bach. Er wol­le eine Reform, die eine „maxi­ma­le Unter­stüt­zung” in der Bevöl­ke­rung fin­de. Die Kran­ken­häu­ser sei­en in einer Not­la­ge: „Mitt­ler­wei­le haben 60 Pro­zent der Kran­ken­häu­ser gro­ße finan­zi­el­le Pro­ble­me. Wir haben gro­ße Qua­li­täts­de­fi­zi­te dahin­ge­hend, dass tat­säch­lich in vie­len Kran­ken­häu­sern die medi­zi­ni­schen Gerä­te, die Gebäu­de, aber auch das Per­so­nal nicht mehr aus­reicht, um die Leis­tun­gen in der Qua­li­tät zu erbrin­gen, wie dies not­wen­dig und sinn­voll wäre”, so Lau­ter­bach. Die Grund­la­ge für den gemein­sa­men Reform-Ent­wurf soll der Vor­schlag der Regie­rungs­kom­mis­si­on „Kran­ken­haus” bil­den, wonach das Sys­tem der Fall­pau­scha­len unter ande­rem durch Vor­hal­te­pau­scha­len und Leis­tungs­kom­ple­xe ersetzt wer­den soll. „Die­se Reform ist eine Mam­mut­auf­ga­be”, sag­te auch die nie­der­säch­si­sche Gesund­heits­mi­nis­te­rin, Danie­la Beh­rens. Ihr Kol­le­ge aus NRW bestand auf der Bei­be­hal­tung der Kom­pe­ten­zen der Län­der in dem Bereich. „Der Bund ist zustän­dig über das Kran­ken­kas­sen­ge­setz für die Finan­zie­rung der Kran­ken­häu­ser und wir in den Län­dern haben ver­fas­sungs­recht­lich das Kran­ken­haus­pla­nungs­recht”, so Lau­mann. „Und das ist heu­te auch noch­mal sehr deut­lich gewor­den, dass das aus guten Grün­den bei den Län­dern blei­ben muss und auch bleibt.”

Foto: Kran­ken­haus, über dts Nachrichtenagentur

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