Bun­des­län­der zögern mit Abschaf­fung der Corona-Maßnahmen

Düs­sel­dorf (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Ers­te Stim­men aus den Lan­des­re­gie­run­gen zu dem Vor­stoß von Bun­des­jus­tiz­mi­nis­ter Mar­co Busch­mann (FDP) zu einer Abschaf­fung aller Coro­na-Maß­nah­men fal­len zurück­hal­tend aus. Nie­der­sach­sens Minis­ter­prä­si­dent Ste­phan Weil (SPD) will zumin­dest die Win­ter­mo­na­te und eine ent­spre­chen­de Ein­schät­zung des Bun­des abwar­ten, bevor die ver­blie­be­nen Coro­na-Ein­grif­fe in sei­nem Bun­des­land fal­len. „Ich freue mich dar­über, dass wir die Din­ge mit den weni­gen Schutz­maß­nah­men, die es noch gibt, erkenn­bar unter Kon­trol­le haben”, sag­te Weil der „Welt” (Mitt­wochs­aus­ga­be), er habe „aber auch ver­stan­den, dass sich mit der Infek­ti­ons­wel­le in Chi­na das Muta­ti­ons-Risi­ko mög­li­cher­wei­se wie­der erhöht”. 

„Wenn wir wei­ter­hin so gut durch die­sen Win­ter kom­men wie bis­her, kön­nen wir das The­ma Pan­de­mie danach hof­fent­lich abha­ken.” Für NRW ver­wies ein Spre­cher des Gesund­heits­mi­nis­te­ri­ums von Karl-Josef Lau­mann (CDU) auf Anfra­ge der „Rhei­ni­schen Post” (Mitt­woch) dar­auf, dass es für die Fra­ge der Erfor­der­lich­keit und Recht­mä­ßig­keit der aktu­el­len Schutz­maß­nah­men nicht auf eine medi­zi­ni­sche Begriff­s­ein­ord­nung wie „Pan­de­mie” oder „Ende­mie” ankom­me, son­dern auf die Fol­gen des aktu­el­len Infek­ti­ons­ge­sche­hens. Momen­tan sei von einem leicht anstei­gen­den Infek­ti­ons­ge­sche­hen aus­zu­ge­hen. „Der Infek­ti­ons­druck bleibt sai­so­nal bedingt ins­ge­samt hoch, jedoch schwächt sich der in den vor­he­ri­gen Wochen bestehen­de anstei­gen­de Trend in Hin­blick auf ver­schie­de­ne Para­me­ter zum aktu­el­len Zeit­punkt etwas ab.” Aktu­ell wür­den vie­le Berei­che des Gesund­heits­sys­tems von einer erheb­li­chen Be- bezie­hungs­wei­se Über­las­tung berich­ten. „Dar­an hat auch Coro­na einen Anteil, denn die Zahl der Coro­na-Infi­zier­ten in den Kran­ken­häu­sern lag seit Mai 22 nur in den letz­ten bei­den Okto­ber­wo­chen so hoch wie aktu­ell mit rund 5.300 Erkrank­ten und sonst deut­lich nied­ri­ger.” Die aktu­el­le Belas­tung sei zwar nicht allein auf Coro­na-Infek­tio­nen zurück­zu­füh­ren, aber die bewuss­te Inkauf­nah­me von wei­te­ren Coro­na-Infek­tio­nen wür­de hier eine zusätz­li­che Belas­tung aus­lö­sen. „Die Lan­des­re­gie­rung hat immer deut­lich gemacht, dass sie das Infek­ti­ons­ge­sche­hen lau­fend beob­ach­tet und die Maß­nah­men anpas­sen wird, wenn dies erfor­der­lich ist.” Die Schutz­maß­nah­men in NRW fuß­ten auf der Ermäch­ti­gungs­grund­la­ge bezie­hungs­wei­se resul­tie­ren unmit­tel­bar aus dem Infek­ti­ons­schutz­ge­setz des Bun­des, das Minis­ter Busch­mann maß­geb­lich mit­ge­stal­tet habe. „Wenn die­ses Gesetz vom Bun­des­ge­setz­ge­ber so ver­än­dert wird, dass kei­ne Schutz­maß­nah­men mehr zuläs­sig sind, ent­fal­len die­se auch unmit­tel­bar in NRW.” Ange­sto­ßen hat­te die jüngs­te Debat­te Cha­ri­té-Viro­lo­ge Chris­ti­an Dros­ten, der in einem Inter­view gesagt hat­te, die Pan­de­mie sei bereits jetzt been­det. In der aktu­el­len Pha­se ster­ben in Deutsch­land an dem Virus immer noch mehr als hun­dert Men­schen täglich.

Foto: Coro­na-Hin­weis an einem ICE, über dts Nachrichtenagentur

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