Bun­des­netz­agen­tur will neu­es Markt­de­sign für Gas und Strom

Bonn (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Vor dem Hin­ter­grund der aktu­el­len Debat­te um die Gas­prei­se for­dert die Bun­des­netz­agen­tur grund­sätz­li­che Ände­run­gen am Markt­de­sign. „Wenn die aku­te Kri­se vor­bei ist, wer­den wir über ein neu­es Wett­be­werbs­mo­dell für den Strom- und Gas­markt reden müs­sen”, sag­te Agen­tur­chef Klaus Mül­ler der „Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Sonn­tags­zei­tung” (FAS). „Als Ver­brau­cher­schüt­zer sage ich: Die­se Dis­kus­si­on steht noch aus.” 

In der Kri­se hät­ten beson­ders güns­ti­ge Anbie­ter zum Teil die Ver­trä­ge gekün­digt oder die Prei­se beson­ders stark erhöht. „Das hat die ohne­hin gerin­ge Wech­sel­be­reit­schaft der Ver­brau­cher noch wei­ter sin­ken las­sen”, beton­te Mül­ler. Eine Strom­preis­auf­sicht wie frü­her gebe es aber auch nicht mehr. Ein Mecha­nis­mus zur Preis­be­gren­zung fehlt daher weit­ge­hend. In sei­ner frü­he­ren Rol­le als Ver­brau­cher­schüt­zer hat­te sich Mül­ler stets für mehr Wett­be­werb auf dem Strom­markt aus­ge­spro­chen. Trotz zum Teil erheb­li­cher Preis­un­ter­schie­de wech­sel­ten aber schon vor der Kri­se nur weni­ge Ver­brau­cher zu einem güns­ti­ge­ren Ver­sor­ger. Für Kun­den, die im Ver­gleich zum Vor­jahr min­des­tens 20 Pro­zent ihres Ver­brauchs ein­spa­ren, ist ein Wech­sel im Moment ohne­hin unat­trak­tiv, da der Staat über­höh­te Strom- und Gas­ta­ri­fe mit Hil­fe der Preis­brem­se subventioniert.

Foto: Bun­des­netz­agen­tur, über dts Nachrichtenagentur

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