Bun­des­tag will Ver­bre­chen an Jesi­den als Völ­ker­mord anerkennen

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Die Bun­des­tags­frak­tio­nen der Ampel-Koali­ti­on sowie die CDU/C­SU-Frak­ti­on wol­len die Ver­bre­chen an den Jesi­den als Völ­ker­mord aner­ken­nen. Das geht aus einem gemein­sa­men Antrag her­vor, der kom­men­den Don­ners­tag vom Ple­num ver­ab­schie­det wer­den soll und über den die „Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Zei­tung” in ihrer Frei­tags­aus­ga­be berich­tet. In dem Antrag heißt es: „Der Deut­sche Bun­des­tag ver­neigt sich vor den Opfern der Ver­bre­chen des soge­nann­ten Isla­mi­schen Staa­tes (IS) im Irak und in Syrien.” 

Er erken­ne das Lei­den, das durch die Ver­bre­chen für Hun­dert­tau­sen­de von Men­schen ver­ur­sacht wor­den sei, an und wür­di­ge den Wider­stand unzäh­li­ger Men­schen in der Regi­on gegen das tyran­ni­sche Unrecht. Jesi­den und Chris­ten sowie Ange­hö­ri­ge wei­te­rer reli­giö­ser und eth­ni­scher Min­der­hei­ten und sich dem IS wider­set­zen­de Mus­li­me sei­en Opfer von Kriegs­ver­bre­chen und Ver­bre­chen gegen die Mensch­lich­keit gewor­den. Ins­be­son­de­re habe der IS das Ziel „einer voll­stän­di­gen Aus­lö­schung” der jesi­di­schen Gemein­schaft ver­folgt. Micha­el Brand (CDU), der men­schen­rechts­po­li­ti­sche Spre­cher der Uni­ons­frak­ti­on, sag­te der FAZ: „Es ist wich­tig, dass Deutsch­land nicht nur den Geno­zid als sol­chen aner­kennt, son­dern zugleich die his­to­ri­sche Auf­ar­bei­tung sowie die recht­li­che Ver­fol­gung der Ver­bre­chen und den Schutz für die Kul­tur und Reli­gi­on der Jesi­den auf natio­na­ler und inter­na­tio­na­ler Ebe­ne vor­an­brin­gen wird.” Die SPD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Derya Türk-Nach­baur ergänz­te: „Durch unse­re Aner­ken­nung die­ser isla­mis­ti­schen Ver­bre­chen als Völ­ker­mord geben wir den Über­le­ben­den eine Stim­me und unter­stüt­zen sie bei ihrem Kampf um his­to­ri­sche Gerech­tig­keit.” Von Gerech­tig­keit kön­ne man aber erst dann spre­chen, „wenn die Opfer beer­digt und die Mör­der bestraft sind und wenn Klar­heit herrscht über den Ver­bleib der ver­miss­ten Menschen.”

Foto: Bun­des­tags­ple­num, über dts Nachrichtenagentur

Anmer­kun­gen zum Bei­trag? Hin­weis an die Redak­ti­on sen­den.