Bun­des­wehr-Trans­port­hub­schrau­ber wohl deut­lich teu­rer als geplant

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Die geplan­te Anschaf­fung von 60 schwe­ren Trans­port­hub­schrau­bern des Typs CH-47F „Chi­no­ok” wird offen­bar dop­pelt so teu­er wie geplant. Das berich­tet Busi­ness Insi­der unter Beru­fung auf meh­re­re Quel­len in Regie­rungs- und Indus­trie­krei­sen. Im Som­mer hat­te die inzwi­schen zurück­ge­tre­te­ne Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Chris­ti­ne Lam­brecht (SPD) ange­kün­digt, dass Deutsch­land 60 Maschi­nen des Typs „CH-47F Block II Stan­dard Ran­ge” („Chi­no­ok”) kau­fen will. 

Dafür waren sechs Mil­li­ar­den Euro ein­ge­plant. Die US-Army, die der Bun­des­re­gie­rung der­zeit ein offi­zi­el­les Ange­bot über die 60 Chi­no­ok erstellt, hat gemäß meh­re­rer Quel­len dem Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um nun signa­li­siert, dass das deut­sche Wunsch-Paket bis zu zwölf Mil­li­ar­den Euro kos­tet. Grund hier­für sei­en die Infla­ti­on und teu­re Extra­wün­sche Deutsch­lands. Dem Ver­neh­men nach sol­len die ers­ten Maschi­nen ab 2026 gelie­fert wer­den kön­nen, aller­dings nicht in der Aus­stat­tung, die die Deut­schen haben wol­len. Vor allem die Luft­be­tan­kungs­mög­lich­keit, die tech­ni­sche Aus­stat­tung bei­spiels­wei­se mit spe­zi­el­len Rotor­blät­tern (Block II) sowie meh­re­re deut­sche Son­der­wün­sche sei­en nicht sofort rea­li­sier­bar, da sie erst mal fer­tig ent­wi­ckelt wer­den müss­ten. Das Risi­ko der flug­tech­ni­schen Zulas­sung des Hub­schrau­bers lie­ge dann aus­schließ­lich bei Deutsch­land, heißt es. Laut Pro­jekt­be­tei­lig­ter befin­det sich das US-Ange­bot aktu­ell in einer regie­rungs­in­ter­nen Abstim­mung („con­gres­sio­nal noti­fi­ca­ti­on”). Im deut­schen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um erwar­tet man die offi­zi­el­le Ant­wort Ende Februar/Anfang März. Die Zeit bis dahin will man offen­bar jetzt bun­des­wehr­in­tern nut­zen, um einen Plan zu erar­bei­ten, wie man die Kos­ten durch ein Abspe­cken der Hub­schrau­ber-Leis­tung drü­cken kann, heißt es. Doch offen­bar geht man davon aus, dass selbst dann die 60 Hub­schrau­ber inklu­si­ve tech­ni­scher Ser­vice­pa­ke­te zwi­schen neun und zehn Mil­li­ar­den kostet.

Foto: Hub­schrau­ber­lan­de­platz, über dts Nachrichtenagentur

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