Chi­na wirft EU-Län­dern wegen Test­pflicht „Dis­kri­mi­nie­rung” vor

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Der chi­ne­si­sche Bot­schaf­ter in Ber­lin, Wu Ken, wirft den Län­dern, die ange­sichts der hohen Coro­na-Fall­zah­len in Chi­na eine Test­pflicht für Rei­sen­de aus der Volks­re­pu­blik ein­ge­führt haben, Dis­kri­mi­nie­rung vor. „Mit dem Fin­ger auf ande­re zu zei­gen, hat noch kein ein­zi­ges Pro­blem gelöst”, sag­te Wu dem „Han­dels­blatt” (Mon­tags­aus­ga­be). „So eine Ent­schei­dung muss auf wis­sen­schaft­li­cher Grund­la­ge erfol­gen. Mir scheint da auch eine Dis­kri­mi­nie­rung im Spiel zu sein. Dies leh­nen wir ab.” 

Auf den Ein­wand, dass Chi­na selbst von Ein­rei­sen­den einen 48-Stun­den-Test ver­langt, erwi­der­te Wu, dass die­se Maß­nah­me nicht auf bestimm­te Län­der abziel­te. Seit der Abkehr von der Null-Fall-Stra­te­gie Anfang Dezem­ber sind die Infek­ti­ons­zah­len in Chi­na explo­diert. Schät­zun­gen gehen davon aus, dass sich seit der Locke­rung der Maß­nah­men rund 36 Mil­lio­nen Men­schen in Chi­na mit dem Virus infi­ziert haben. Die Kran­ken­häu­ser in dem Land sind über­füllt, an Kre­ma­to­ri­en bil­de­ten sich lan­ge Schlan­gen, was auf hohe Todes­zah­len hin­deu­ten könn­te. Wu sag­te, die Lage gestal­te sich „ins­ge­samt vor­her­seh­bar und beherrsch­bar”. Vor­wür­fe der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on (WHO), dass Chi­na unzu­rei­chen­de Anga­ben zur Zahl der Infi­zier­ten und der Todes­fäl­le mache, wies er zurück. „Seit der Coro­na-Pan­de­mie haben wir uns mit der WHO mehr als 60 Mal aus­ge­tauscht, dar­un­ter vier Mal allein seit Dezem­ber 2022”, sag­te er. „Zudem haben wir auch Genom-Daten der jüngs­ten Fäl­le an die in Mün­chen ansäs­si­ge welt­wei­te Wis­sen­schafts­in­itia­ti­ve GISAID übermittelt.”

Foto: Air Chi­na, über dts Nachrichtenagentur

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