CSU will Wohn­ort der Eltern als Geburts­ort zulassen

Mün­chen (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Der CSU-Gesund­heits­po­li­ti­ker Ste­phan Pil­sin­ger hat die Ampel­ko­ali­ti­on auf­ge­for­dert, künf­tig als offi­zi­el­len Geburts­ort wahl­wei­se den Wohn­ort der Eltern zuzu­las­sen, um so eine grö­ße­re Akzep­tanz in der Bevöl­ke­rung für eine Kli­nik­re­form zu errei­chen. In einem Brief an Bun­des­jus­tiz­mi­nis­ter Mar­co Busch­mann (FDP) schreibt Pil­sin­ger, die Schlie­ßung von Geburts­sta­tio­nen füh­re in den betrof­fe­nen Gemein­den oft­mals zu sehr emo­tio­na­len Debat­ten, weil es dann kei­ne Neu­bür­ger mehr in dem Ort geben wer­de, schrei­ben die Zei­tun­gen des „Redak­ti­ons­netz­werks Deutsch­land” in ihren Mon­tag­aus­ga­ben. Denn das Per­so­nen­stands­ge­set­zes (PStG) schrei­be als amt­li­chen Geburts­ort eines Kin­der immer das Stan­des­amt vor, in des­sen Zustän­dig­keits­be­reich die Geburts­kli­nik liege. 

„Sol­che Ent­wick­lun­gen sind in Deutsch­land nicht sel­ten und füh­ren in der Kom­mu­nal­po­li­tik und in der loka­len Pres­se zu sehr emo­tio­na­len, teils irra­tio­na­len Debat­ten, die alle Argu­men­te für die öko­no­mi­sche Not­wen­dig­keit einer Schlie­ßung oder Zusam­men­le­gung von Geburts­sta­tio­nen ins Lee­re lau­fen las­sen”, argu­men­tiert Pil­sin­ger in dem Schrei­ben. Der­ar­ti­ge Debat­ten dürf­ten im Zuge der anste­hen­den Kran­ken­haus­re­form noch zuneh­men, warn­te der CSU-Poli­ti­ker, der selbst nie­der­ge­las­se­ner Arzt ist. Um das zu ver­hin­dern, schlug der Gesund­heits­exper­te vor, dass künf­tig alter­na­tiv auch das Stan­des­amt des gewöhn­li­chen Wohn­sit­zes der Eltern als amt­li­cher Geburts­ort gel­ten darf. Pil­sin­ger zeigt sich über­zeugt, dass man damit „künf­ti­ge Maß­nah­men der Öko­no­mi­sie­rung im Kran­ken­haus­be­reich auf eine ratio­na­le Dis­kus­si­ons­grund­la­ge” stel­len kön­ne. „Sehr geehr­ter Herr Bun­des­mi­nis­ter, wenn ein Deut­scher in Zukunft beim Gang auf das Stan­des­amt mal eben so sein Geschlecht wech­seln las­sen kann, dann muss es doch erst recht auch mög­lich sein, den Geburts­ort optio­nal selbst bestim­men zu kön­nen”, so Pil­sin­ger in dem Schrei­ben an Busch­mann mit Blick auf die Geset­zes­plä­ne der Ampel­ko­ali­ti­on für ein Selbst­be­stim­mungs­ge­setz. „Ich bit­te Sie und Ihr Haus in Abspra­che mit dem Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um um eine ernst­haf­te Prü­fung die­ses Vor­schlags. Damit erspa­ren wir uns und der Kom­mu­nal­po­li­tik, aber vor allem den betrof­fe­nen Bür­gern vor Ort, unnö­ti­ge Debat­ten und tra­gen zu deut­lich mehr Akzep­tanz anste­hen­der Struk­tur­re­for­men im Kran­ken­haus­be­reich bei”, mahn­te der für die Kran­ken­haus­po­li­tik zustän­di­ge Gesundheitspolitiker.

Foto: Kreiß­saal, über dts Nachrichtenagentur

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