Demo bei Lüt­zer­ath gerät außer Kontrolle

Key­en­berg (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Bei einer Demons­tra­ti­on gegen die Räu­mung und Abba­ge­rung des Dor­fes Lüt­zer­ath im nord­rhein-west­fä­li­schen Braun­koh­le­re­vier sind am Sams­tag tau­sen­de Men­schen im Nach­bar­ort Key­en­berg zusam­men­ge­kom­men. Die Poli­zei sprach in einer ers­ten Ein­schät­zung von 10.000 Teil­neh­mern. Mit dabei war auch die schwe­di­sche Kli­ma-Akti­vis­tin Gre­ta Thunberg. 

Kurz vor Ende der Demons­tra­ti­on ver­ließ ein gro­ßer Teil der Teil­neh­mer die offi­zi­el­le Rou­te und stürm­te auf das von der Poli­zei abge­sperr­te Lüt­zer­ath zu. Dar­un­ter auch ver­mumm­te Per­so­nen mit Klet­ter­aus­rüs­tung. Es kam zu Ran­ge­lei­en mit den Beam­ten. Zu der Demo auf­ge­ru­fen hat­te ein brei­tes Bünd­nis aus Orga­ni­sa­tio­nen wie „Fri­days for Future”, Green­peace, BUND und ande­ren. Aus dem gesam­tem Bun­des­ge­biet waren Bus­se zu der Demo gefah­ren. Die Pro­test­ler wen­den sich gegen die Plä­ne des Ener­gie­ver­sor­gungs­kon­zerns RWE, die Ort­schaft Lüt­zer­ath voll­stän­dig abzu­rei­ßen, um den Tage­bau Garz­wei­ler aus­zu­deh­nen. Tat­säch­lich geht es prak­tisch nicht mehr um die Ort­schaft selbst – die bis­he­ri­gen Bewoh­ner haben längst neue Häu­ser an ande­rer Stel­le bekom­men – son­dern um die Nut­zung der Koh­le. Die Umsied­lung des Ortes begann bereits 2006 und wur­de im Okto­ber 2022 end­gül­tig abge­schlos­sen. Poli­zei und Akti­vis­ten gin­gen zunächst davon aus, dass die Räu­mung wegen der Pro­tes­te meh­re­re Wochen dau­ern wird, nach dem Beginn am Mitt­woch ging es aber wesent­lich schnel­ler vor­an als erwartet.

Foto: Demo bei Lüt­zer­ath am 14.01.2023, über dts Nachrichtenagentur

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