Demo in Lüt­zer­ath schlägt in Gewalt um

Lüt­zer­ath (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Kurz vor der geplan­ten Räu­mung des Dor­fes Lüt­zer­ath am Braun­koh­le-Tage­bau Garz­wei­ler ist es am Sonn­tag zu gewalt­tä­ti­gen Aus­schrei­tun­gen gekom­men. Nach Anga­ben der Poli­zei schlug bei einer zunächst fried­li­chen Pro­test­kund­ge­bung die Stim­mung „ohne erkenn­ba­ren Grund” um. Es sei zu Stein­wür­fen gegen Sicher­heits­kräf­te und Poli­zei­be­am­te, Sach­be­schä­di­gun­gen und „Eigen­tums­de­lik­ten” gekom­men, wie die Beam­ten mitteilten. 

Im Ver­lauf des Sonn­tags hat­ten nach Poli­zei­an­ga­ben etwa 2.000 Men­schen an einem geplan­ten „Dorf­spa­zier­gang” durch Lüt­zer­ath sowie an einem Kon­zert teil­ge­nom­men. Nach Been­di­gung des Dorf­spa­zier­gangs und des Kon­zer­tes ver­blie­ben etwa 300 Per­so­nen auf der Ver­an­stal­tungs­flä­che. Zuvor war es in der Nacht von Sams­tag auf Sonn­tag nord­öst­lich der Orts­la­ge zu einem Was­ser­ein­bruch in den Tage­bau gekom­men. Aus einer ehe­ma­li­gen Haupt­lei­tung von Lüt­zer­ath spül­ten im unmit­tel­ba­ren Bereich der Tage­bau­bö­schung erheb­li­che Men­gen Was­ser das Erd­reich der Abraum­kan­te in den Tage­bau. Der Grund für die Flu­tung des still­ge­leg­ten Roh­res sei noch Gegen­stand von Ermitt­lun­gen, so die Poli­zei. Ein tech­ni­scher Defekt erschei­ne nach ers­ten Ein­schät­zun­gen eher unwahr­schein­lich. Der Ener­gie­ver­sor­gungs­kon­zern RWE plant, Lüt­zer­ath voll­stän­dig abzu­rei­ßen, um den Tage­bau Garz­wei­ler aus­zu­deh­nen. Die Umsied­lung des Ortes begann 2006 und wur­de im Okto­ber 2022 end­gül­tig abge­schlos­sen. Gegen den Abriss des Dor­fes und die Abbag­ge­rung des Gebie­tes regt sich bis heu­te Wider­stand. Seit 2021 wur­de in der Bun­des- und Lan­des­po­li­tik ver­mehrt über den Erhalt des Dor­fes dis­ku­tiert. Anfang Okto­ber 2022 ent­schie­den das Bun­des- und das Lan­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um end­gül­tig, dass die Koh­le unter dem Gebiet Lüt­zer­aths durch RWE berg­bau­lich in Anspruch genom­men wer­den dürfe.

Foto: Poli­zei­wa­gen, über dts Nachrichtenagentur

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