Deut­sche Bahn will Pla­nungs­be­schleu­ni­gung auch bei Straßen-Neubau

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Die DB-Güter­ver­kehr­s­che­fin Sig­rid Nikut­ta hat sich für die Pla­nungs­be­schleu­ni­gung beim Neu­bau von Stra­ßen aus­ge­spro­chen. „Wir müs­sen in allen Pla­nungs­ver­fah­ren unse­rer Infra­struk­tur schnel­ler wer­den. Das betrifft die Stra­ße genau­so wie die Schie­ne”, sag­te sie den Part­ner­zei­tun­gen der Neu­en Ber­li­ner Redak­ti­ons­ge­sell­schaft (Diens­tags­aus­ga­be).

Damit stellt sich Nikut­ta hin­ter Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Vol­ker Wis­sing (FDP), der bei der Pla­nung von Stra­ßen mehr Tem­po machen will und des­we­gen mit Bun­des­um­welt­mi­nis­te­rin Stef­fi Lem­ke (Grü­ne) in Streit gera­ten ist. „Wir soll­ten in Deutsch­land dazu kom­men, schnel­ler das umzu­set­zen, was wir benö­ti­gen”, sag­te die DB-Car­go-Che­fin und führ­te ein Bei­spiel aus der Pra­xis an. Auf einem ehe­ma­li­gen Ran­gier­bahn­hof in Hamm ent­wick­le die Bahn der­zeit ein gro­ßes Gelän­de für den Güter­ver­kehr. „Dort gibt es einen Kanal und Schie­nen. Wir brau­chen dort auch eine Zubrin­ger­stra­ße, damit die Lkw die Con­tai­ner hin­brin­gen und auf die Schie­ne laden kön­nen. War­um soll­te man den Bau denn hier ver­zö­gern wol­len?”, frag­te Nikut­ta. Die Zie­le der Bun­des­re­gie­rung für den Schie­nen­gü­ter­ver­kehr hält Nikut­ta für erreich­bar. Das Ampel-Bünd­nis hat in sei­nem Koali­ti­ons­ver­trag fest­ge­hal­ten, den Anteil des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs am soge­nann­ten Modal Split (der Ver­tei­lung des Trans­port­auf­kom­mens im Ver­kehr) bis 2030 auf 25 Pro­zent zu stei­gern. „Der­zeit lie­gen wir bei rund 19 Pro­zent. Wir spü­ren die Nach­fra­ge nach Trans­por­ten auf der Schie­ne – und die steigt auch wei­ter”, sag­te Nikut­ta. Das Ziel wer­de aber nicht von allein erreicht: „Es wird wesent­lich davon abhän­gen, dass wir zu einer Voll­kos­ten­be­trach­tung kom­men. Das öko­lo­gisch sinn­volls­te Ver­kehrs­mit­tel soll­te auch das öko­no­misch sinn­volls­te sein.” Die Bun­des­re­gie­rung habe bereits die rich­ti­gen Wei­chen gestellt. So hob Nikut­ta her­vor, dass der Bun­des­tag rund 165 Mil­lio­nen Euro für den hoch­de­fi­zi­tä­ren Ein­zel­wa­gen­ver­kehr frei­ge­ge­ben habe. „Es ist ein ers­ter Bau­stein zur Siche­rung des Ein­zel­wa­gen­ver­kehrs in Deutsch­land”, sag­te die Vor­stän­din. Der Ein­zel­wa­gen­ver­kehr sei „essen­zi­ell für das Errei­chen der Kli­ma­schutz­zie­le”, beton­te die Mana­ge­rin. „So erset­zen wir täg­lich 40.000 Lkw-Fahr­ten und spa­ren zwei Mil­lio­nen Ton­nen CO2 jähr­lich, und hier geht noch viel mehr.”

Foto: Umlei­tungs­schild, über dts Nachrichtenagentur

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