Deut­sche Elek­tro­in­dus­trie wei­ter stark auf Chi­na angewiesen

Köln (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Die deut­sche Elek­tro­in­dus­trie ist wie kei­ne zwei­te Bran­che im Land von Vor­leis­tun­gen aus Chi­na abhän­gig. Das zeigt eine Stu­die des Insti­tuts der deut­schen Wirt­schaft (IW), über die das „Han­dels­blatt” (Diens­tag­aus­ga­be) berich­tet. Dem­nach ist die Spar­te der Daten­ver­ar­bei­tungs­ge­rä­te, elek­tro­ni­schen und opti­schen Erzeug­nis­se bei gut 19 Pro­zent aller Vor­leis­tun­gen aus dem Aus­land auf chi­ne­si­sche Zulie­fe­rer ange­wie­sen, gefolgt von der Her­stel­lung von elek­tri­scher Aus­rüs­tung mit 16,1 Prozent. 

Ins­ge­samt sei Chi­na als Lie­fe­rant und Abneh­mer von Vor­leis­tun­gen für die deut­sche Indus­trie im Durch­schnitt zwar bedeut­sam, aber nicht in einem über­ra­gen­den Aus­maß, heißt es in der Stu­die. So stamm­ten im Schnitt 6,6 Pro­zent aller Vor­leis­tungs­lie­fe­run­gen, die die deut­schen Indus­trie­un­ter­neh­men aus dem Aus­land bezie­hen, aus Chi­na. „Ins­ge­samt betrach­tet ist die deut­sche Indus­trie im inter­na­tio­na­len Ver­gleich nicht beson­ders abhän­gig von Impor­ten aus Chi­na”, sag­te Jür­gen Mat­thes, Lei­ter der Abtei­lung Glo­ba­le und regio­na­le Märk­te am Insti­tut der deut­schen Wirt­schaft (IW) und Mit­au­tor der Ana­ly­se. „Wenn man jedoch die ein­zel­nen Bran­chen betrach­tet, gibt es dort durch­aus ris­kan­te Abhän­gig­kei­ten, ins­be­son­de­re in der Elek­tro­in­dus­trie.” Im Fal­le eines geo­po­li­ti­schen Kon­flik­tes oder ande­ren Stö­run­gen der Lie­fer­ket­ten stel­le die­se Expo­niert­heit ein Risi­ko dar, warnt IW-Exper­te Mat­thes: „Daher soll­ten Unter­neh­men ein­sei­ti­ge kri­ti­sche Abhän­gig­kei­ten durch mehr Diver­si­fi­zie­rung besei­ti­gen.” Mit im Indus­trie­schnitt fast 20 Pro­zent aller Vor­leis­tungs­im­por­te sei Japan am stärks­ten von Chi­na abhän­gig, heißt es in der IW-Ana­ly­se. An zwei­ter Stel­le folgt Russ­land mit 16,5 Pro­zent und auch die Indus­trie der USA ist mit 13,9 Pro­zent in der Gesamt­heit abhän­gi­ger von Vor­leis­tun­gen aus Chi­na als die deut­sche Indus­trie. Das fran­zö­si­sche ver­ar­bei­ten­de Gewer­be kommt hin­ge­gen nur auf 3 Prozent.

Foto: Con­tai­ner, über dts Nachrichtenagentur

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