Die meis­ten Ski­ge­bie­te blei­ben schnee­si­cher – mit Kunstschnee

Inns­bruck (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Trotz stei­gen­der Tem­pe­ra­tu­ren sieht der Inns­bru­cker Ski­for­scher Robert Stei­ger den Win­ter­sport in den Alpen größ­ten­teils nicht in Gefahr. „Bis Mit­te des Jahr­hun­derts sind 80 Pro­zent der Ski­ge­bie­te Öster­reichs schnee­si­cher”, sag­te Stei­ger dem „Spie­gel”. Aller­dings müss­ten die Betrei­ber die Pis­ten noch inten­si­ver als heu­te maschi­nell beschneien. 

Dann müss­ten die Tem­pe­ra­tu­ren nur weni­ge Tage und Näch­te ein paar Grad unter den Gefrier­punkt fal­len, um ein Gebiet für eine gan­ze Sai­son ein­zu­schnei­en. Der Tiro­ler Ski­ort Kitz­bü­hel hat dies laut Pis­ten­be­triebs­lei­ter Hans-Peter Schwai­ger bereits erle­digt. „Wir haben schon am 22. Dezem­ber die Beschnei­ung aller Abfahr­ten gesi­chert, für den rest­li­chen Win­ter”, sag­te Schwai­ger dem „Spie­gel”. Die Kitz­bü­he­ler Berg­bah­nen haben hier­für mit dem Salz­bur­ger Unter­neh­men Power­gis ein satel­li­ten­ge­stütz­tes Schnee­ma­nage­ment­sys­tem ent­wi­ckelt, um den Kunst­schnee aus 1.160 Schnee­ka­no­nen und ‑lan­zen an den rich­ti­gen Stel­len zu erzeu­gen und mög­lichst gleich­mä­ßig zu ver­tei­len. Schwai­ger: „Wir spü­ren den Kli­ma­wan­del. Aber die Tech­nik hat sich min­des­tens eben­so schnell ver­bes­sert, sodass wir ihn momen­tan noch gut abfe­dern kön­nen.” Laut Berg­bah­nen­chef Anton Bod­ner war das Ski­ge­biet Kitz­bü­hel in den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren im Schnitt deut­lich län­ger geöff­net als in den Jahr­zehn­ten zuvor. Mit Natur­schnee kal­ku­lie­ren die Schnee­ma­na­ger kaum noch: Er sei „schön für die Optik”, so Schwai­ger, „aber die Men­gen wür­den in tie­fe­ren Lagen nir­gends für eine sta­bi­le Pis­ten­auf­la­ge genü­gen.” Maschi­nen­schnee sei oft dich­ter und wider­stands­fä­hi­ger; „am meis­ten Beschwer­den von Urlau­bern bekom­men wir nach Neu­schnee”. Eine Kehr­sei­te der mas­sen­haf­ten Kunst­schnee­pro­duk­ti­on ist der Ein­satz gro­ßer Men­gen Strom – der sich infol­ge der Ener­gie­kri­se erheb­lich ver­teu­ert hat: Zahl­ten die Kitz­bü­he­ler Berg­bah­nen für ihre Elek­tri­zi­tät bis­lang um die zwei Mil­lio­nen Euro pro Jahr, so erwar­tet Schwai­ger für 2023 eine min­des­tens dop­pelt so hohe Rechnung.

Foto: Ski-Lift, über dts Nachrichtenagentur

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