Dündar fürch­tet Wider­stand Erdo­gans gegen mög­li­che Abwahl

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Der ehe­ma­li­ge Chef­re­dak­teur der tür­ki­schen Zei­tung „Cum­hu­ri­y­et”, Can Dündar, erwar­tet, dass Erdo­gan nach der Wahl sein Amt auf­ge­ben muss, sich jedoch dem Wahl­er­geb­nis nicht beugt. „Er wird sein Bes­tes tun, um an der Macht zu blei­ben, wie Trump und Bol­so­n­a­ro”, sag­te Dündar den Zei­tun­gen der Fun­ke-Medi­en­grup­pe (Mitt­woch­aus­ga­ben). Auf die anste­hen­den Wah­len setzt der Jour­na­list eigent­lich gro­ße Hoffnung. 

„Die Men­schen lei­den unter der Wirt­schafts­kri­se, und die Oppo­si­ti­on hat sich zum ers­ten Mal gegen ihn zusam­men­ge­schlos­sen”, so der im Ber­li­ner Exil leben­de Jour­na­list. Von dem Kopf­geld in Höhe von umge­rech­net 25.000 Euro, die das tür­ki­sche Innen­mi­nis­te­ri­um auf ihn aus­ge­setzt hat, will sich Dündar nicht ein­schüch­tern las­sen. Er und sei­ne Fami­lie hät­ten sich dar­an gewöhnt, mit der Bedro­hung und den Ein­schrän­kun­gen zu leben: „Das ist der Preis, wenn man einen Auto­kra­ten her­aus­for­dert. Das ist es, was die tür­ki­sche Regie­rung will: unser Leben ein­schrän­ken, uns Angst machen, uns zum Schwei­gen brin­gen.” Es gebe kei­nen siche­ren Ort für die Geg­ner von Erdo­gan, sag­te er: „Sein Rache­feld­zug hat kei­ne Gren­zen”. Die­se Fahn­dung nach Art des „Wil­den Wes­tens” sei „sei­ne Metho­de, um Anders­den­ken­de im Aus­land ein­zu­schüch­tern”, so Dündar.

Foto: Bot­schaft der Tür­kei in Deutsch­land, über dts Nachrichtenagentur

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