Ent­wick­lungs­mi­nis­te­ri­um will Afgha­nin­nen Stu­di­um ermöglichen

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Das Bun­des­ent­wick­lungs­mi­nis­te­ri­um will bis zu 5.000 afgha­ni­schen Frau­en ein Stu­di­um außer­halb Afgha­ni­stans ermög­li­chen. Das BMZ will in Koope­ra­ti­on mit dem Deut­schen Aka­de­mi­schen Aus­tausch­dienst (DAAD) ein ent­spre­chen­des Sti­pen­di­en­pro­gramm in Ban­gla­desch, Kir­gi­stan und Paki­stan ins Leben rufen, berich­ten die Zei­tun­gen der Fun­ke-Medi­en­grup­pe. In Afgha­ni­stan selbst haben die Tali­ban Frau­en den Zugang zu Uni­ver­si­tä­ten und Hoch­schu­len untersagt. 

Ins­ge­samt soll das Pro­gramm mit sie­ben Mil­lio­nen Euro geför­dert wer­den. Davon sol­len Sti­pen­di­en für Bache­lor­stu­di­en­gän­ge in Ban­gla­desch finan­ziert wer­den, für zwei­jäh­ri­ge Mas­ter­stu­di­en­gän­ge in Kir­gi­stan und für sowohl Bache­lor- als auch Mas­ter­stu­di­en­gän­ge in Paki­stan. „Die Poli­tik der Tali­ban ist nicht nur frau­en­ver­ach­tend, son­dern auch Gift für die Ent­wick­lung des Lan­des”, sag­te Ent­wick­lungs­mi­nis­te­rin Sven­ja Schul­ze (SPD) den Fun­ke-Zei­tun­gen. „Denn wer der Hälf­te der Bevöl­ke­rung die Bil­dungs­chan­cen ver­wehrt, raubt dem Land sein Zukunfts­po­ten­ti­al.” Ohne gut aus­ge­bil­de­te Frau­en gebe es kei­nen Aus­weg aus Hun­ger und Armut. Sie sei­en auch für die Arbeit von Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen unver­zicht­bar. „Die Tali­ban müs­sen die Ver­bo­te zurück­neh­men, die die Frau­en aus­schlie­ßen”, for­der­te Schul­ze. „Wir wer­den jeden­falls nicht nach­las­sen, Wege zu suchen, wie wir afgha­ni­sche Frau­en unter­stüt­zen kön­nen.” Die Unter­stüt­zung geflüch­te­ter Afgha­nin­nen beim Stu­di­um sei ein Weg. Damit wür­den sich die Frau­en eine Per­spek­ti­ve für einen guten Job und einen gesi­cher­ten Lebens­un­ter­halt schaf­fen, sag­te die Minis­te­rin. „Und sie kön­nen ihr Land beim Wie­der­auf­bau unter­stüt­zen, sobald es die Rah­men­be­din­gun­gen in Afgha­ni­stan wie­der zulas­sen.” Für die Men­schen in Afgha­ni­stan sei die Lage „kata­stro­phal”, sag­te DAAD-Prä­si­dent Joy­bra­to Muk­her­jee. Vor allem jun­ge Frau­en sei­en schwer getrof­fen, könn­ten kaum mehr am gesell­schaft­li­chen Leben teil­zu­neh­men. „Seit dem Aus­schluss aus den Hoch­schu­len fehlt ihnen zudem jede aka­de­mi­sche Aus­bil­dungs­mög­lich­keit”, so Muk­her­jee. „Das neue Sti­pen­di­en­pro­gramm ist daher ein wich­ti­ger Bau­stein, um gemein­sam mit unse­ren inter­na­tio­na­len Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen jun­gen Frau­en die Vor­be­rei­tung auf ein Stu­di­um zu ermög­li­chen und geflüch­te­te Afgha­nin­nen mit Bache­lor- und Mas­ter­sti­pen­di­en an Hoch­schu­len in der Regi­on zu fördern.”

Foto: Bun­des­mi­nis­te­ri­um für wirt­schaft­li­che Zusam­men­ar­beit und Ent­wick­lung (BMZ), über dts Nachrichtenagentur

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