EU-Kor­rup­ti­ons­exper­te rech­net mit wei­te­ren Ermittlungen

Brüs­sel (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Nach der Fest­nah­me von EU-Vize­par­la­ments­prä­si­den­tin Eva Kai­li wegen Kor­rup­ti­ons­vor­wür­fen im Zusam­men­hang mit dem WM-Gast­ge­ber­land Katar rech­net Dani­el Freund (Grü­ne), Vor­sit­zen­der der inter­frak­tio­nel­len „Inter­group”, die im Euro­päi­schen Par­la­ment gegen Kor­rup­ti­on kämpft, mit wei­te­ren Ermitt­lun­gen. „Ich befürch­te fast, dass wir noch nicht am Ende der Ermitt­lun­gen sind”, sag­te der Abge­ord­ne­te des Euro­päi­schen Par­la­ments dem Münch­ner Mer­kur. Es gel­te zwar die Unschulds­ver­mu­tung, doch um Inter­es­sen durch­zu­set­zen, brau­che man Mehr­hei­ten, sag­te Freund. 

„So ist es im FIFA-Exe­ku­tiv­ko­mi­tee, und so ist es im Euro­päi­schen Par­la­ment. Die Ent­schei­dun­gen des Par­la­ments dreht man ja nicht mit einer Vize­prä­si­den­tin.” Laut Freund zei­ge der Fall Kai­li, „wie offen­siv Dritt­staa­ten ver­su­chen, Ein­fluss auf die euro­päi­sche Gesetz­ge­bung zu neh­men.” Daher müs­se man dage­gen vor­ge­hen. Die Lob­by­re­geln in der EU sei­en „eigent­lich rela­tiv stark”, so Freund. „Dritt­staa­ten sind davon aber bis­her voll­kom­men aus­ge­nom­men. Hier muss die EU umge­hend reagie­ren.” Lob­by­ing von Dritt­staa­ten müs­se ins Lob­by­re­gis­ter auf­ge­nom­men wer­den, sodass Tref­fen mit Minis­tern oder Dele­ga­tio­nen ande­rer Län­der trans­pa­rent wer­den. „Für Kor­rup­ti­on darf es in der EU kei­ne Tole­ranz geben.” Die „Inter­group” besteht aus 129 Abge­ord­ne­te aus 23 Mit­glieds­staa­ten aus sechs Fraktionen.

Foto: EU-Par­la­ment in Brüs­sel, über dts Nachrichtenagentur

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