Ex-Hee­res-Inspek­teur will Leo­pard-2-Kampf­pan­zer für die Ukraine

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Der ehe­ma­li­ge Inspek­teur des Hee­res, Bru­no Kas­dorf, hat sich nach der deut­schen Zusa­ge für die Schüt­zen­pan­zer vom Typ Mar­der für eine Lie­fe­rung auch von Leo­pard-2-Kampf­pan­zern an die Ukrai­ne aus­ge­spro­chen. „Ich bin der Ansicht, dass wir die Ukrai­ner so aus­rüs­ten soll­ten, dass sie in die Lage ver­setzt wer­den, die Rus­sen end­gül­tig aus dem Land zu wer­fen. Da gehö­ren auch die Kampf­pan­zer dazu”, sag­te der Gene­ral­leut­nant a.D. dem „Redak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land” (Sams­tags­aus­ga­ben).

„Rein mili­tä­risch wür­de eine Lie­fe­rung sehr viel Sinn machen. Es wäre ein deut­lich grö­ße­rer Qua­li­täts­zu­wachs, wenn der Mar­der gemein­sam mit dem Leo­pard 2 ein­ge­setzt wür­de.” Die Bun­des­re­gie­rung hat­te der Ukrai­ne am Don­ners­tag nach lan­gem Zögern die Lie­fe­rung von Schüt­zen­pan­zern vom Typ Mar­der zuge­sagt, nicht aber die eben­falls von Kiew erbe­te­nen Leo­pard 2. Kas­dorf sag­te mit Blick auf den künf­ti­gen Ein­satz der Mar­der durch die Ukrai­ner: „Das ist eine deut­li­che Kampf­wert­stei­ge­rung. Es kommt aber dar­auf an, dass Sie genü­gend Fahr­zeu­ge haben.” Der Mar­der ent­wick­le sei­ne vol­le Kapa­zi­tät nur gemein­sam mit Kampf­pan­zern. „Die ergän­zen sich ide­al auf dem Gefechts­feld”, so der ehe­ma­li­ge Hee­res­in­spek­teur. Auch mit dem Mar­der allei­ne wür­den Sol­da­ten aller­dings bereits deut­lich bes­ser geschützt. „Wenn Sie bis­her Infan­te­ris­ten auf Pick­ups und in unge­schütz­ten Fahr­zeu­gen mobil gemacht haben, dann haben Sie mit dem Mar­der einen viel bes­se­ren Schutz, das hat eine ganz ande­re Qua­li­tät.” Die Infan­te­rie wer­de außer­dem beweg­li­cher und „stoß­kräf­ti­ger”. Ein Trai­ning ukrai­ni­scher Infan­te­ris­ten am Mar­der sei bin­nen Wochen mög­lich, sag­te Kas­dorf. „Wenn man bereits aus­ge­bil­de­te Infan­te­ris­ten hat, dann rei­chen für eine Basis­aus­bil­dung am Mar­der rund sechs Wochen aus.” Der frü­he­re Hee­res­in­spek­teur sag­te wei­ter, der Leo­pard 2 habe eine erheb­lich grö­ße­re Reich­wei­te als der Mar­der und sei viel effek­ti­ver gegen gepan­zer­te Zie­le. „Der Leo­pard 2 ist die idea­le Duell­waf­fe, um ande­re Pan­zer zu bekämp­fen. Ich den­ke, kein ande­rer Kampf­pan­zer ist so gut wie der Leo­pard 2.” Der Mar­der sei dage­gen nicht fürs Duell geschaf­fen, so der Mili­tär-Exper­te. „Er hat mit der Pan­zer­ab­wehr­ra­ke­te Milan nur eine Hilfs­be­waff­nung, mit der er sich im Not­fall gegen ande­re Pan­zer weh­ren kann.”

Foto: Bun­des­wehr-Pan­zer ´Leo­pard 2´, über dts Nachrichtenagentur

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