Fae­sers Plä­ne zur Waf­fen­rechts-Ver­schär­fung sto­ßen auf Widerstand

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Bun­des­in­nen­mi­nis­te­rin Nan­cy Fae­ser (SPD) stößt bei ihren Plä­nen zur Ver­schär­fung des Waf­fen­rechts auf Wider­stand. „Wir haben in Deutsch­land bereits ein stren­ges Waf­fen­recht. Ver­schär­fun­gen soll­ten daher nur dann vor­ge­nom­men wer­den, wenn sie erfor­der­lich sind und einen ech­ten Sicher­heits­ge­winn brin­gen”, sag­te Bay­erns Innen­mi­nis­ter Joa­chim Herr­mann (CSU) dem „Redak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land” (Mitt­woch­aus­ga­ben).

„Dies ist aus mei­ner Sicht bei eini­gen der gemach­ten Vor­schlä­ge nicht der Fall, die­se schie­ßen viel­mehr weit über ein sinn­vol­les Ziel hin­aus.” Das gel­te bei­spiels­wei­se bei dem von Fae­ser geplan­ten Ver­bot von halb­au­to­ma­ti­schen Waf­fen, die in ihrem Aus­se­hen Kriegs­waf­fen ähneln. „Ein sol­ches Ver­bot könn­te zur Fol­ge haben, dass Her­stel­ler das Ver­bot umge­hen, indem sie halb­au­to­ma­ti­sche Waf­fen künf­tig äußer­lich so gestal­ten, dass sie unge­fähr­lich erschei­nen”, kri­ti­sier­te Herr­mann. Die größ­te Gefahr gehe aus sei­ner Sicht „ohne­hin nicht von lega­len, son­dern vom ille­ga­len Waf­fen­be­sitz aus”, sag­te Herr­mann. „Waf­fen in den Hän­den von Sport­schüt­zen oder Jägern stel­len in der Regel kein Sicher­heits­pro­blem dar.” Unter­stüt­zung signa­li­sier­te Herr­mann bei der Ein­füh­rung eines klei­nen Waf­fen­scheins für den Erwerb und Besitz von Schreck­schuss- und Signal­waf­fen. Er bezog sich dar­auf, dass die neue Vor­sit­zen­de der Innen­mi­nis­ter­kon­fe­renz (IMK), Ber­lins Innen­se­na­to­rin Iris Spran­ger (SPD), das The­ma erneut in die IMK ein­brin­gen will. Herr­mann mahn­te „geeig­ne­te Lösun­gen” an, wie mit den aktu­ell in Pri­vat­be­sitz befind­li­chen legal ohne Erlaub­nis erwor­be­nen Schreck­schuss- und Signal­waf­fen umge­gan­gen wer­den soll. Bereits nach gel­ten­der Rechts­la­ge kön­nen als unzu­ver­läs­sig ein­ge­stuf­ten Per­so­nen Erwerb und Besitz von Schreck­schuss­waf­fen und auch Arm­brüs­ten ver­bo­ten wer­den, so Herr­mann. „Wich­tig ist daher, dass wir die vor­han­de­nen Rege­lun­gen kon­se­quent voll­zie­hen und auch die Waf­fen­be­hör­den vor Ort Kon­trol­len durch­füh­ren”, sag­te er. Auch Nord­rhein-West­fa­lens Innen­mi­nis­ter Her­bert Reul (CDU) plä­dier­te dafür, den Erwerb von Schreck­schuss- und Signal­waf­fen zu ver­schär­fen. „Die Idee ist nicht neu. Schon 2020 und 2021 haben die Innen­mi­nis­ter der Bun­des­län­der in der Innen­mi­nis­ter­kon­fe­renz über eine Geset­zes­än­de­rung nach­ge­dacht und das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um auf­ge­for­dert, die recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen zu schaf­fen”, sag­te Reul. „Ich wür­de es begrü­ßen, wenn jetzt schnell Nägel mit Köp­fen gemacht wer­den.” FDP-Frak­ti­ons­vi­ze Kon­stan­tin Kuh­le will künf­tig genau­er zwi­schen lega­len und ille­ga­len Waf­fen unter­schei­den. „Das Haupt­pro­blem sind ille­ga­le Schuss­waf­fen. Hier muss der Staat deut­lich schär­fer vor­ge­hen und zunächst die Daten­la­ge ver­bes­sern. Weder die Poli­zei­li­che Kri­mi­nal­sta­tis­tik noch das Bun­des­la­ge­bild Schuss­waf­fen­kri­mi­na­li­tät dif­fe­ren­zie­ren der­zeit nach lega­len und ille­ga­len Waf­fen”, so der FDP-Poli­ti­ker. Künf­tig soll­ten bei­de Sta­tis­ti­ken expli­zit aus­wei­sen, ob eine Straf­tat mit einer ille­ga­len oder eine lega­len Waf­fe began­gen wur­de, for­der­te Kuh­le. Der Grü­nen-Innen­po­li­ti­ker Mar­cel Emme­rich for­der­te die FDP auf, einer Ver­schär­fung zuzu­stim­men: „Gera­de bei der Ent­waff­nung von Ver­fas­sungs­fein­den und bei Schreck­schuss­waf­fen gibt es erheb­li­chen Hand­lungs­be­darf”, sag­te er. „Das mah­nen wir seit Jah­ren an und die Sil­ves­ter­nacht und die Dezem­ber­raz­zia gegen Reichs­bür­ger haben das erneut deut­lich gemacht. Die FDP muss ein­se­hen, dass wir hier schnell aktiv wer­den müs­sen und den Koali­ti­ons­ver­trag umsetzen.”

Foto: Nan­cy Fae­ser, über dts Nachrichtenagentur

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