FDP-Poli­ti­ker wol­len gegen undo­ku­men­tier­te Migra­ti­on vorgehen

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Nach den Rufen aus der Uni­on zur Ein­füh­rung einer neu­en Ober­gren­ze für Migra­ti­on spre­chen sich jetzt auch FDP-Poli­ti­ker für Maß­nah­men gegen undo­ku­men­tier­te Migra­ti­on aus. „Deutsch­land braucht mehr lega­le Migra­ti­on in den Arbeits­markt, aber deut­lich weni­ger ille­ga­le Migra­ti­on in den Sozi­al­staat”, sag­te der FDP-Chef in Bay­ern, Mar­tin Hagen der „Bild” (Frei­tags­aus­ga­be). Staat­li­che Unter­stüt­zungs­leis­tun­gen wer­den in Deutsch­land nur dann an bedürf­ti­ge Aus­län­der ver­ge­ben, wenn sie einen Auf­ent­halts­ti­tel haben oder um Asyl nachsuchen. 

Hagen sag­te wei­ter, er wün­sche sich ein „kla­res Signal” von Sei­ten der Innen­mi­nis­te­rin, das auch inter­na­tio­nal ver­stan­den wer­de. „Die hohe Zahl von Flücht­lin­gen über­for­dert unse­re Kom­mu­nen. Not­wen­dig sind schnel­le­re Asyl­ver­fah­ren und kon­se­quen­te­re Rück­füh­run­gen.” Den Uni­ons-Vor­stoß hält er für unsin­nig. Star­re Ober­gren­zen sei­en „prak­tisch gar nicht umsetz­bar”, so Hagen. Der FDP-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Frank Schäff­ler for­der­te zudem einen EU-Gip­fel zum The­ma. Die „unge­steu­er­te Zuwan­de­rung” von Asyl­su­chen­den müs­se auf die euro­päi­sche Agen­da. „Die Zurück­wei­sung an den Außen­gren­zen und die Durch­füh­rung der Asyl­ver­fah­ren den Ein­rei­se­län­dern muss das Ziel sein”, so Schäff­ler. Dazu müs­se die Grenz­schutz­agen­tur Fron­tex end­lich hand­lungs­fä­hig wer­den. „Es kann nicht sein, dass sich Asyl­su­chen­de inner­halb der EU ihr Ziel­land aus­su­chen kön­nen. Das muss unter­bun­den wer­den.” Ber­lins FDP-Spit­zen­kan­di­dat Sebas­ti­an Cza­ja ergänz­te: „Es kann nicht sein, dass wir Geflüch­te­te kaum noch men­schen­wür­dig unter­brin­gen kön­nen, wäh­rend ande­re euro­päi­sche Staa­ten ihrer Ver­ant­wor­tung nicht nach­kom­men.” Er for­dert eine fai­re­re Ver­tei­lung inner­halb der Euro­päi­schen Uni­on. Der Innen­mi­nis­ter von Sach­sen, Armin Schus­ter (CDU), sag­te der „Bild”, die Ent­wick­lung der letz­ten Jah­re habe gezeigt, dass „uns die gegen­wär­ti­gen Asyl-Zugangs­zah­len bei den kom­mu­na­len Infra­struk­tu­ren wie Unter­brin­gung, Ver­sor­gung und Schu­le in kür­zes­ter Frist über­for­dern wer­den”. Die Bun­des­re­gie­rung müs­se sich sei­ner Mei­nung nach auf allen Ebe­nen dafür ein­set­zen, „den Asyl­zu­strom erheb­lich zu begren­zen – beson­ders um für ukrai­ni­sche Geflüch­te­te wei­ter­hin jede Auf­nah­me­fä­hig­keit zu gewähr­leis­ten”, so Schus­ter. Dazu gehö­re ein Ver­zicht auf frei­wil­li­ge Auf­nah­me­pro­gram­me wie für Afgha­ni­stan, die Erklä­rung der Maghreb­staa­ten und Geor­gi­ens zu siche­ren Her­kunfts­län­dern und die „spür­ba­re Umset­zung der immer wie­der ange­kün­dig­ten Abschiebungsoffensive”.

Foto: Ankunft von Flücht­lin­gen aus der Ukrai­ne in Deutsch­land, über dts Nachrichtenagentur

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