Frau­en­an­teil in DAX-Vor­stän­den stieg 2022 um 3,6 Prozentpunkte

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Der Frau­en­an­teil in den Vor­stän­den der 40 größ­ten bör­sen­no­tier­ten Unter­neh­men stieg 2022 um 3,6 Pro­zent­punk­te von 19,1 auf 22,7 Pro­zent. Zwölf Frau­en und elf Män­ner sind 2022 in das wich­tigs­te Füh­rungs­gre­mi­um die­ser Groß­kon­zer­ne beför­dert wor­den, wie aus einer Unter­su­chung der Per­so­nal­be­ra­tung „Rus­sel Rey­nolds” her­vor­geht, über die die „Welt am Sonn­tag” berich­tet. Damit sind erst­mals inner­halb eines Jah­res mehr Frau­en in den Vor­stand eines DAX-Unter­neh­mens beru­fen wor­den als Männer. 

Vor zehn Jah­ren habe der Frau­en­an­teil noch bei sie­ben Pro­zent gele­gen. Die Bun­des­re­gie­rung hat dem Trend mit dem „Zwei­ten Füh­rungs­po­si­tio­nen­ge­setz” (FüPoG II) nach­ge­hol­fen: Seit dem 1. August ver­gan­ge­nen Jah­res besteht in der Pri­vat­wirt­schaft ein Min­dest­be­tei­li­gungs­ge­bot „für gro­ße Vor­stän­de und ver­pflich­ten­de Rege­lun­gen zu Ziel­grö­ßen und Berichts­pflich­ten”. Unterm Strich schreibt das Gesetz vor, dass der Vor­stand eines bör­sen­no­tier­ten und zugleich pari­tä­tisch mit­be­stimm­ten Unter­neh­mens aus mehr als drei Mit­glie­dern künf­tig mit min­des­tens einer Frau und einem Mann besetzt sein müs­se. „Es ist kein Zufall, dass immer mehr Frau­en in Vor­stands­po­si­tio­nen kom­men”, sag­te Jens-Tho­mas Pie­tral­la, Mana­ging Direc­tor bei Rus­sel Rey­nolds. „Der Druck der Poli­tik hat da auch eini­ges bewegt. Ob das Tem­po so hoch bleibt wie im letz­ten Jahr, bleibt abzu­war­ten.” Ein Pro­blem sieht er aller­dings noch bei der Beset­zung von Chef­po­si­tio­nen: „Nur zwei von 40 Vor­stands­chefs im DAX 40 sind Frau­en”, sag­te Pie­tral­la. „Das ist zu wenig.” Vie­le Auf­sichts­gre­mi­en könn­ten sich Pie­tral­la zufol­ge zwar eine Frau an der Spit­ze eines Unter­neh­mens vor­stel­len. „Aller­dings ist die Zahl ver­füg­ba­rer Frau­en lei­der immer noch klei­ner als bei Män­nern”, sag­te er. Mit Sie­mens Healt­hi­neers und Fre­se­ni­us Medi­cal Care haben zwei der 40 DAX-Unter­neh­men der Unter­su­chung zufol­ge inzwi­schen einen Frau­en­an­teil von 50 Pro­zent. Bei zwölf Unter­neh­men lie­ge der Anteil bei einem Drit­tel oder dar­über. Vier DAX-Fir­men haben nach wie vor kei­ne Frau im Spit­zen­gre­mi­um des Kon­zerns. Bei einem Unter­neh­men bestehe sogar gesetz­li­cher Hand­lungs­be­darf, weil die Fir­ma pari­tä­tisch mit­be­stimmt ist.

Foto: Geschäfts­frau­en mit Smart­pho­ne, über dts Nachrichtenagentur

Anmer­kun­gen zum Bei­trag? Hin­weis an die Redak­ti­on sen­den.