Frü­he­rer Papst Bene­dikt mit 95 Jah­ren gestorben

Rom (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Der eme­ri­tier­te Papst Bene­dikt, bür­ger­lich Joseph Ratz­in­ger, ist im Alter von 95 Jah­ren gestor­ben. Das teil­te der Vati­kan am Sil­ves­ter­tag mit. Der genaue Todes­zeit­punkt wur­de mit 9:34 Uhr angegeben. 

Bereits am Mitt­woch hat­te Bene­dikts Papst-Nach­fol­ger Fran­zis­kus wäh­rend sei­ner Gene­ral­au­di­enz über­ra­schend mit­ge­teilt, er wol­le „alle” dar­um bit­ten, ein beson­de­res Gebet für Bene­dikt zu beten, da die­ser sehr krank sei. Laut Medi­en­be­rich­ten soll sich Ratz­in­gers Zustand über die Weih­nachts­fei­er­ta­ge plötz­lich ver­schlech­tert haben, eine Kran­ken­haus­ein­wei­sung sei aber zu kei­nem Zeit­punkt geplant gewe­sen. Schon län­ger war bekannt, dass der eme­ri­tier­te Papst fast nicht mehr spre­chen konn­te, nun war von schwe­ren Atem­pro­ble­men die Rede. Bene­dikt selbst hat­te noch im Früh­jahr geschrie­ben, er wer­de bald vor den „ewi­gen Rich­ter” tre­ten. Ratz­in­ger war von 2005 bis zu sei­nem Amts­ver­zicht zum 28. Febru­ar 2013 Ober­haupt der Katho­li­schen Kir­che. Vor ihm war zuletzt im Jahr 1294 ein Papst frei­wil­lig von sei­nem Amt zurück­ge­tre­ten. Jahr­zehn­te vor der Wahl zum Papst war Ratz­in­ger zwi­schen 1977 und 1982 Erz­bi­schof von Mün­chen und Frei­sing und galt spä­ter als rech­te Hand sei­nes Vor­gän­gers Johan­nes Paul II. Aus der Zeit in Mün­chen hat­te Ratz­in­ger bis zuletzt Ärger wegen Fäl­len von sexu­el­lem Miss­brauch durch katho­li­sche Pfar­rer. Zwar hat­te er einer­seits stren­ge Regeln für den Umgang mit Tätern ein­ge­führt, in einem frü­he­ren Fall aber ande­rer­seits auch min­des­tens fahr­läs­sig mit dafür gesorgt, dass ein als Sexu­al­straf­tä­ter bekann­ter Mann wie­der mit Kin­dern und Jugend­li­chen arbei­ten – und die­se miss­brau­chen konn­te – so der Vor­wurf von Ermitt­lern. In die­sem Zusam­men­hang gestand Ratz­in­ger noch in die­sem Jahr eine fal­sche Aus­sa­ge ein. Bei den typi­schen Kir­chen­fra­gen der Neu­zeit ver­trat er als Hard­li­ner stets die kon­ser­va­ti­ven Posi­tio­nen: Bei den The­men Abtrei­bung und Ster­be­hil­fe präg­te Ratz­in­ger die Linie sei­nes Papst-Vor­gän­gers Johan­nes Paul II. ent­schei­dend mit und trieb in Deutsch­land den Aus­stieg aus dem staat­li­chen Sys­tem der Schwan­ger­schafts­kon­flikt­be­ra­tung vor­an. Die Teil­nah­me dar­an sei eine Form der Mit­wir­kung an Abtrei­bun­gen, so sei­ne Posi­ti­on. Doch selbst sei­ne Kri­ti­ker beschei­nig­ten Ratz­in­ger bis zuletzt einen schar­fen Ver­stand und mit­un­ter einen gewis­sen Humor.

Foto: Papst Bene­dikt XVI., über dts Nachrichtenagentur

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