Für NRW-Minis­ter­prä­si­dent Wüst heik­le E‑Mails gelöscht

Düs­sel­dorf (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Ein zen­tra­ler Mail­ver­kehr in der seit Mona­ten schwe­len­den Affä­re um NRW-Minis­ter­prä­si­dent Hen­drik Wüst (CDU) und die gesperr­te Rah­me­de­tal­brü­cke an der A45 ist gelöscht wor­den. Das berich­tet das Nach­rich­ten­por­tal T‑Online. Der Schrift­wech­sel könn­te dem­nach Hin­wei­se zur Rol­le Wüsts und sei­nes dama­li­gen Büro­lei­ters ent­hal­ten haben. 

Staats­kanz­lei und Lan­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um räum­ten in Stel­lung­nah­men den Vor­gang ein. Der Ver­bleib der E‑Mails kön­ne „nicht mehr nach­voll­zo­gen wer­den”, sag­te eine Spre­che­rin der Staats­kanz­lei. Sie sei­en nicht zu den Akten genom­men wor­den, sag­te ein Spre­cher des Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­ums. Der in Aus­zü­gen bekann­te Schrift­wech­sel stammt aus Wüsts Amts­zeit als NRW-Ver­kehrs­mi­nis­ter. In 2020, also rund andert­halb Jah­re vor der Sper­rung der Brü­cke wegen schwe­rer Schä­den, unter­rich­te­te der Lan­des­be­trieb Stra­ßen-NRW das Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um dar­über, dass der geplan­te Neu­bau der Brü­cke auf frü­hes­tens 2026 ver­scho­ben wer­de, „da hier eine Plan­fest­stel­lung erfor­der­lich wird”. An heik­ler Stel­le bre­chen die E‑Mails aller­dings ab, so dass nicht mehr nach­voll­zieh­bar ist, ob Wüsts Büro­lei­ter die Infor­ma­ti­on erhielt oder nicht. Die Tal­brü­cke Rah­me­de ist seit Dezem­ber 2021 wegen Schä­den am Trag­werk dau­er­haft gesperrt, eine Repa­ra­tur ist nicht mög­lich – ein ver­kehrs­po­li­ti­sches Desas­ter, das nicht nur die Regi­on und Nord­rhein-West­fa­len, son­dern auch bun­des­wei­te Logis­tik­ket­ten schwer trifft. Wüst, von 2017 bis 2021 NRW-Ver­kehrs­mi­nis­ter, möch­te die Ange­le­gen­heit nicht ver­schleppt haben und gab sich im Wahl­kampf unbe­tei­ligt: „Wann wel­ches Bau­werk saniert wird, ist eine fach­li­che Ent­schei­dung, die im Übri­gen vor mei­ner Amts­zeit getrof­fen wur­de”, sag­te er 2022 dem „West­fä­li­schen Anzeiger”.

Foto: CDU-Pla­kat zur NRW-Land­tags­wahl 2022, über dts Nachrichtenagentur

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