Gas­im­por­te für 2022 in meh­re­ren Schwel­len­län­dern stark gesunken

Lon­don (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Im ver­gan­ge­nen Jahr hat­ten Schwel­len­län­der und asia­ti­sche Staa­ten bei Impor­ten von Flüs­sig­erd­gas das Nach­se­hen. Das zei­gen Daten des Markt­for­schungs­un­ter­neh­mens Icis, über die das „Han­dels­blatt” (Don­ners­tag­aus­ga­be) berich­tet. Laut Icis haben sich die welt­wei­ten Han­dels­men­gen an „Lique­fied Natu­ral Gas” (LNG) ver­scho­ben, weil Euro­pa auf­grund aus­blei­ben­der rus­si­scher Pipe­line-Gas­lie­fe­run­gen sei­ne LNG-Käu­fe deut­lich erhöht hat. 

Aus den Daten geht her­vor, dass Frank­reich sei­ne LNG-Impor­te um 99 Pro­zent auf rund 13 Mil­lio­nen Ton­nen gestei­gert hat. Bel­gi­en erhöh­te sei­ne LNG-Käu­fe um 167 Pro­zent auf 5,7 Mil­lio­nen Ton­nen. In den Nie­der­lan­den gab es einen Anstieg um 99 Pro­zent auf sechs Mil­lio­nen Ton­nen. Von den Impor­ten durch Nach­bar­län­der hat auch Deutsch­land pro­fi­tiert, das bis Dezem­ber kein eige­nes LNG-Ter­mi­nal hat­te und somit nicht selbst Flüs­sig­erd­gas impor­tie­ren konn­te. Deut­li­che Ein­bu­ßen gab es hin­ge­gen in Chi­na. Die Volks­re­pu­blik impor­tier­te rund 16 Mil­lio­nen Ton­nen weni­ger als im Vor­jahr – ein Minus von 21 Pro­zent. Das dürf­te laut dem Icis-Exper­ten Andre­as Schrö­der auch mit den stren­gen Covid-Maß­nah­men zusam­men­hän­gen. Auch Bra­si­li­en impor­tier­te 5,5 Mil­lio­nen Ton­nen weni­ger (minus 72 Pro­zent). In Indi­en waren es rund vier Mil­lio­nen Ton­nen weni­ger (minus 17 Pro­zent). Ein Grund für die Import­rück­gän­ge in vie­len Län­dern ist laut Schrö­der, dass Euro­pa durch die gro­ße Nach­fra­ge die Prei­se in die Höhe getrie­ben hat und sich ande­re Staa­ten so weni­ger Gas leis­ten konn­ten. „Das rei­che Euro­pa kauft dem Rest der Welt LNG weg. Euro­pa treibt im Kauf­rausch welt­weit die Markt­prei­se für Gas und ver­drängt damit preis­sen­si­ble Nach­fra­ger”, so Schrö­der. Aller­dings sei davon aus­zu­ge­hen, dass zumin­dest Chi­na durch die Locke­rung der Covid-Maß­nah­men in die­sem Jahr sei­ne LNG-Impor­te wie­der stei­gern wird. Damit dürf­te sich die Situa­ti­on auf dem glo­ba­len LNG-Markt noch wei­ter anspannen.

Foto: Schwim­men­des LNG-Ter­mi­nal in Wil­helms­ha­ven, über dts Nachrichtenagentur

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